Satelliten helfen britischen Forschern dabei, die rapide abbröckelnde Küste ihres Landes erstmals genau zu vermessen. Zur Rettung der bedrohten Küstenabschnitte stehen nur begrenzte finanzielle Mittel zur Verfügung. Die gewonnenen Daten sollen zeigen, wo und wann das Geld am sinnvollsten eingesetzt werden kann.
Mit den bisherigen Messmethoden konnten Experten nur jährliche Schätzungen darüber vorlegen, wie stark die Küste erodiert. Jon Mills und Simon Buckley vom Department of Geomatics an der University of Newcastle upon Tyne entwickelten jetzt ein 3-D-Computermodell, das die typischen Erosionsmuster beschreibt. Es sagt präzise vorher, an welchen Stellen und zu welchen Jahreszeiten Wind und Wasser die Küste voraussichtlich abtragen.
Das notwendige Datenmaterial stammt aus drei verschiedenen Quellen: Satelliten der European Space Agency (ESA) erfassen einmal pro Monat Änderungen der Küstenlinie. Aufnahmen des Global Positioning System (GPS) und digitale Luftbilder, die ein Ultraleichtflugzeug anfertigt, liefern weitere Details. In den nächsten zwei Jahren wollen die Forscher sich zudem dreimal vor Ort ein Bild der Lage machen. “Indem wir eine Reihe von Vermessungsmethoden miteinander kombinieren, lassen sich Küstenstriche künftig besser überwachen”, sagt Jon Mills.
Für ihr Pilotprojekt wählten die Forscher die Küste bei Filey Bay im britischen Nord-Yorkshire, die jährlich durch die Einwirkung von Wellen und Regen um rund 25 Zentimeter erodiert. “Wahrscheinlich geschieht ein Großteil der Erosion im Winter, wenn das Meer gehen die Felsen schlägt und Regenwasser das Gestein aufweicht”, vermutet Mills. Ob seine Theorie stimmt, soll sich Ende 2003 zeigen. Dann liegt der Abschlussbericht des Projekts vor.
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Almut Bruschke-Reimer





