Die verräterische Röntgenstrahlung aus dieser Gegend hatte das Team mit dem 1999 gestarteten amerikanischen Röntgensatelliten Chandra registriert. Da sich die Helligkeitsänderungen der starken Röntgenstrahlung innerhalb weniger Minuten vollzogen, so die Forscher, könne die strahlende Quelle – eine extrem heiße Gaswolke noch außerhalb des zentralen Objektes – kaum größer als der Durchmesser der Erdbahn gewesen sein. Würde ein Haufen massereicher Sterne auf einen solch engen Raum zusammengepfercht, müsse es ständig zu Zusammenstößen und damit verbundenen heftigen Strahlungsereignissen kommen, was aber nicht beobachtet wird. So bleibt als Erklärung nur ein Schwarzes Loch, das rund 2,6 Millionen Sonnenmassen in sich vereint.
Völlig unerwartet kam der Röntgenstrahlungsausbruch übrigens nicht, denn eine Forschergruppe vom Max-Planck-Institut für Radioastronomie in Bonn hat auf Grund theoretischer Betrachtungen solche Ereignisse in der Umgebung eines Schwarzen Loches vorausgesagt. Anhand der jetzt gelungenen Messungen liefert ihr Erklärungsmodell auch eine Beschreibung des Vorgangs vor rund 25 000 Jahren – so lange brauchte die Strahlung von dort bis zur Erde. Danach dürfte sich die Temperatur am Rand des Schwarzen Loches, möglicherweise durch gleichsam “nachrutschende” Materie, vorübergehend von 200 auf 600 Milliarden Grad erhöht haben, wodurch dann ein Teil der umgebenden Gaswolke in einer Art Verpuffung auseinandergetrieben wurde. In dieser extrem heißen Materie sei dann die beobachtete Röntgenstrahlung entstanden.





