Magnetit-Kristalle in ALH84001 durch biologischen Prozess entstanden?
Neue Forschungsergebnisse stützen die Theorie, dass der Marsmeteorit ALH84001 versteinerte Überreste von Bakterien enthält. Ein Forscherteam unter Leitung von Kathie Thomas-Keprta vom Lockheed Martin Johnson Space Center berichtet in der Dezember-Ausgabe der Fachzeitschrift Geochimica et Cosmochimica Acta, dass der kartoffelgroße Meteorit Kristalle des Minerals Magnetit enthält, die auf der Erde ausschließlich durch biologische Vorgänge entstehen. “Die Geometrie, die Chemie und andere Charakteristika der Kristalle legen nahe, dass sie durch einen biologischen Prozess entstanden sind”, berichtet Dennis Bazylinski von der Iowa State University.
Auf der Erde produzieren bestimmte Bakterien, die im Wasser leben, ähnliche Magnetit-Kristalle in ihren Zellen. Mit dem magnetischen Mineral in ihrem Innern verhalten sich die Zellen wie kleine Kompassnadeln, die sich am Erdmagnetfeld ausrichten und sich dadurch bessere Lebensbedingungen verschaffen. Magnetit entsteht auf der Erde auch auf anorganischem Weg, allerdings sind die Kristalle, die dabei entstehen, nicht so rein und haben eine andere Form und Größe.
Der Meteorit ALH84001 wurde 1984 in der Antarktis entdeckt, wo er vor etwa 13.000 Jahren vom Himmel fiel. Nachdem Nasa-Forscher 1996 über den Fund von Mikrofossilien in dem Gesteinsklumpen vom Mars berichtet hatten, entbrannte unter den Planetenforschern eine heftige Diskussion über die möglicherweise ersten außerirdischen Lebensformen.
Einige Wissenschaftler bezweifelten die biologische Herkunft der fadenförmigen Filamente, die die Nasa-Forscher entdeckt hatten. ALH84001 ist 4,5 Milliarden Jahre alt und hat den roten Planeten damit relativ kurz nach dessen Entstehung verlassen. Wahrscheinlich war der Mars in dieser frühen Zeit ein feuchter Planet, auf dem einfache Bakterien gelebt haben könnten.
Ute Kehse





