Patientenüberwachung oder aktive Lärmschutzwände: Neue Sensoren werden denkbar mit elektrisch geladenen Plastikschäumen, die sich zu hauchdünnen Folien verarbeiten lassen. Sie reagieren auf Druck mit einem elektrischen Signal – eine Fähigkeit, die von so genannten piezoelektrischen Kristallen bekannt ist. Die Entwicklung österreichischer Physiker lässt sich sehr günstig herstellen und so in großen Flächen verarbeiten.
Wie Blätterteig sieht der Schaum unter dem Mikroskop aus, so das Team um Siegfried Bauer von der Universität Linz. Es gelang den Forschern, eine angelegte elektrische Spannung in den Schaumstrukturen permanent zu erhalten. Die piezoelektrischen Gebilde lassen sich zu haar-dünnen Folien verarbeiten und versprechen eine Fülle von Anwendungsmöglichkeiten.
Zum Beispiel könne man den Unterboden in Altersheimen mit solchen Folien auslegen, so dass ein Alarm ausgelöst wird, wenn ein gebrechlicher Mensch stürzt oder aus dem Bett fällt. Eine Sensorfolie auf Klinikmatratzen könnte rechtzeitig vor dem Wundliegen warnen. Schalter und Sicherheitssysteme sind möglich. Doch auch hauchdünne Lautsprecher ließen sich realisieren. Für Fahrzeuge sind diverse Anwendungen denkbar: etwa Sensoren, die Motoren- oder Straßenlärm registrieren und ihn mit Lautsprecherfolien in so genannten Anti-Schall verarbeiten, der den Lärm auslöscht.
Die “Piezo-Schäume” sollen jetzt im Rahmen des dreijährigen EU-Projekts “Dura Smart” bis zur Marktreife weiterentwickelt werden. An DuraSmart sind neben der Universität Linz auch Forschungsinstitute aus Deutschland und Finnland sowie verschiedene Firmen beteiligt.
Dörte Saße





