Nein! Das All dehnt sich nur dort aus, wo keine Kräfte das verhindern. Also zum Beispiel nicht dort, wo die starke und die schwache Kernkraft wirken – wie im Inneren von Atomen –, oder wo die elektromagnetische Wechselwirkung und die Gravitation eine bestimmte Stärke überschreiten. Das bedeutet auch: Die Ausdehnung des Alls findet nicht innerhalb der Galaxien oder zwischen benachbarten Galaxien statt. Beispielsweise bewegen sich die Milchstraße und der Andromedanebel sogar aufeinander zu und werden in rund zwei Milliarden Jahren miteinander kollidieren (bild der wissenschaft 2/2008, „Andromeda auf Kollisionskurs” ).
Die kosmische Expansion macht sich daher nur zwischen den Galaxienhaufen bemerkbar. Platz dafür gibt es freilich genug. Denn über die Hälfte des Alls besteht aus riesigen blasenförmigen Leerräumen – typischerweise von gut 100 Millionen Lichtjahren Durchmesser –, die die Galaxienhaufen wie Seifenschaum umgeben. In diesen Leerräumen vollzieht sich der Hauptteil der kosmischen Expansion. Eine harte Übergangsgrenze zwischen dynamischem und statischem Raum gibt es allerdings nicht. Für die Erde bedeutet das: Die Zahl der Parkplätze in den Städten nimmt trotz der Ausdehnung des Weltraums leider nicht zu. Und wer morgens vor dem Spiegel über seine Leibesfülle erschrickt, kann der kosmischen Expansion nicht die Schuld dafür geben. Denn Spiegel, Hose und Schlafzimmer haben sich sicher nicht vergrößert.





