Wolken konnte Brown recht einfach als Ursache ausschließen: Der helle Fleck ist für eine Wolkenformation zu stabil. Normalerweise entstehen und verschwinden Wolken in der Titanatmosphäre innerhalb weniger Tage. Der helle Fleck blieb aber über den Beobachtungszeitraum von über vier Jahren stabil. Aus den Messdaten der verschiedenen Strahlendetektoren an Bord von Cassini konnten die Forscher außerdem ermitteln, dass es keine Belege für hohe Oberflächentemperaturen oder Berge gibt.
Der im Frühjahr auf dem Saturnmond Titan entdeckte helle Fleck ist vermutlich auf Wetterphänomene in der Atmosphäre des Mondes zurückzuführen. Entweder bewirken methanhaltiger Bodennebel oder ein durch Methanregen veränderter Mondboden die hell leuchtende Oberflächenstruktur. Hohe Wolken, Gebirge oder hohe Temperaturen kommen als Ursache hingegen nicht in Frage, erklären Forscher um Jason Barnes und Robert Brown von der Universität von Arizona in Tucson. Die Wissenschaftler hatten Beobachtungsdaten der Raumsonde Cassini und des Keck-Teleskops auf Hawaii detailliert ausgewertet.
Der rund 400 Quadratkilometer große helle Fleck setzte die Wissenschaftler schon bei seiner Entdeckung in Erstaunen: Er strahlt im gesamten sichtbaren und infraroten Spektralbereich und zählt zu den markantesten Oberflächenstrukturen des Titan. Zunächst konnten Brown und seine Kollegen über die Ursache nur mutmaßen. Zu den möglichen Erklärungen zählten Gebirge und hohe Temperaturen genauso wie Wetterereignisse. Durch einen systematischen Vergleich aller Daten des Keck-Teleskops und von mehreren Cassini-Überflügen schlossen die Forscher auf die wahrscheinlichste Ursache: Bodennebel oder eine durch Methanregen blankgeputzte Oberfläche.
Jason Barnes ( Universität von Arizona, Tucson) et al.: Science, Bd. 310, Seite 92 ddp/wissenschaft.de ? Martin Schäfer





