Ein weiteres Indiz für Wasser auf unserem Nachbarplaneten hat der am 25. Januar in einem Gebiet namens Meridiani Planum gelandete Mars-Rover Opportunity entdeckt: Spuren im Gestein. „ Wasser floss einst hindurch. Dadurch veränderte es sein Aussehen und seine Chemie”, fasste Steve Squyres von der Cornell University im März die neuen Erkenntnisse zusammen.
Das in Deutschland entwickelte Alpha-Röntgenspektrometer an Bord des Roboterfahrzeugs maß eine hohe Schwefelkonzentration im Gestein. „Der Schwefel liegt wahrscheinlich als Magnesium- oder Eisensulfat vor”, erklärt Benton Clark von Lockheed Martin Space Systems in Denver. Solche Salze entstehen, wenn ein See austrocknet. Dafür spricht auch die Entdeckung eines wasserhaltigen Eisensulfats namens Jarosit. Dieses Mineral hat der ebenfalls in Deutschland gebaute Mößbauer-Spektrometer nachgewiesen. Es deutet darauf hin, dass der untersuchte Stein in einem Salzsee gelegen hat und vielleicht sogar darin entstanden ist.
Außerdem hat die Kamera des Rovers optische Anzeichen von Wasserspuren auf dem Gestein fotografiert, berichtet John Grotzinger vom Massachusetts Institute of Technology in Cambridge. Ein Zentimeter kleine Einkerbungen könnten auf Salzkristalle zurückgehen, die unter Wasser in den Felsen gewachsen sind und sich später wieder aufgelöst haben. Außerdem gibt es gleichmäßig verteilte so genannte Sphärulen (kugelförmige Gebilde) sowie Schichtungen im Gestein, wie sie sich auch unter irdischen Bedingungen im Wasser bilden.
Die neuen Entdeckungen machen es immer wahrscheinlicher, dass auf dem einst wärmeren und feuchten Mars Leben entstehen konnte. Doch um diesen Nachweis zu erbringen, müsste Marsgestein wohl von Menschen untersucht werden – entweder vor Ort oder in Proben, die automatische Sonden zur Erde bringen.





