Nasa-Forscher haben auf einem Weltraumkongress in Houston einen weitreichenden Forschungsplan für zukünftige Raummissionen vorgestellt. Vorgesehen sind unter anderem eine bemannte Raumstation in der Nähe des Mondes sowie eine neue Generation hochleistungsfähiger Weltraumteleskope, erklärten die Wissenschaftler von der US-Raumfahrtbehörde. Ob diese Missionen jedoch angesichts des chronischen Geldmangels der Nasa jemals durchgeführt werden können, ist fraglich. Darüber berichtet das britische Wissenschaftsmagazin New Scientist in seiner Online-Ausgabe.
Die von dem Leiter des NEXT-Teams (Nasa Exploration Team) Gary Martin angeführte Forschergruppe ließ sich bei der Aufstellung ihres Programms von den dringlichsten Fragen über das Universum leiten. Dazu gehören unter anderem die Entwicklung des Sonnensystems, die Existenz von erdähnlichen Planeten in fernen Sternensystemen sowie die Frage nach Leben auf dem Mars.
Um diese Rätsel und viele andere beantworten zu können, sind der Meinung der Forscher nach neuartige, im Weltraum stationierte Teleskope von Nöten. Sie sollen die Leistungsfähigkeit des Hubble-Teleskops sowie die seines für 2010 geplanten Nachfolgers, des James Webb Weltraum-Teleskops, bei weitem übertreffen. Dazu müssten die neuen Teleskope Spiegel mit einem Durchmesser von mindestens 10 Metern aufweisen und in einer Entfernung von etwa 300.000 Kilometern von der Erde aufgebaut werden. Das Hubble Teleskop befindet sich in einer Entfernung von nur etwa 400 Kilometern von der Erde.
Zur Wartung dieser Teleskope soll eine in der Nähe des Mondes stationierte Raumstation dienen. Diese könnte dann auch als Basisstation für die weitere Erforschung des Sonnensystems eingesetzt werden, insbesondere des Planeten Mars.
Um dieses ehrgeizige Programm durchführen zu können, müsste das Budget der Nasa zunächst von dem amerikanischen Kongress um ein Vielfaches seiner jetzigen Höhe aufgestockt werden. Daher ist es fraglich, ob das Programm wie geplant durchgeführt werden kann. Die Forscher stellen jedoch heraus, dass die Ausarbeitung des Programms allein schon in sofern hilfreich gewesen ist, als dass es konkrete Ziele für zukünftige Forschungsprojekte aufgestellt hat.
Stefan Maier





