Merkur umgeben noch viele Rätsel: Warum besteht Merkur – der dichteste Planet des Sonnensystems – überwiegend aus Eisen? Warum ist er der einzige der so genannten terrestrischen Planeten (dazu gehören außer der Erde noch Venus und Mars), der ein starkes Magnetfeld besitzt? Und wieso scheint in den Kratern nahe den Polen Eis vorhanden zu sein, obwohl die Oberflächentemperatur auf der Tagseite über 400 Grad Celsius liegt?
Diese Fragen hoffen die Forscher um Sean Solomon von der Carnegie Institution in Washington (D.C.) nach der Ankunft von Messenger klären zu können. Die Sonde gehört zum Discovery-Programm der Nasa. Die ganze Messenger-Mission soll nur 256 Millionen Dollar kosten.
Dabei sind die Anforderungen keineswegs einfach: Die hohen Temperaturen in der Nähe der Sonne stellen hohe Herausforderungen an die Sonde. Die wissenschaftlichen Instrumente werden von Keramik-Schilden geschützt, wie sie auch im Space-Shuttle verwendet werden. Über die heißesten Teile der Merkur-Oberfläche wird Messenger nur ganz kurz fliegen, weil der Hitzeschutz dabei an seine Grenzen geraten könnte.
Von den vier Planeten des inneren Sonnensystems ist über den kleinen Merkur am wenigsten bekannt. Mariner 10 konnte weniger als die Hälfte der Oberfläche von Merkur fotografieren. Mit irdischen Teleskopen ist es schwierig, den Sonnennachbarn Merkur zu beobachten, weil er immer kurz nach der Sonne untergeht. Auch dem Weltraumteleskop Hubble ist der Blick auf Merkur verwehrt: Zu groß ist die Gefahr, dass die empfindlichen Instrumente des Observatoriums durch das grelle Sonnenlicht beschädigt würden.
Bilder und Animationen zu Messenger finden Sie im Internet.





