Ein Wissenschaftlerteam des Marshall Space Flight Zentrums der US-Raumfahrtbehörde Nasa hat die weltweite Verteilung von Blitzen untersucht und ihre Ergebnisse in der Form einer “Blitzlandkarte” vorgestellt. Die meisten Blitze kommen demnach über Zentralafrika und dem Himalaja-Gebirge vor. Die Forscher hoffen, dass ihre Ergebnisse zu einem besseren Verständnis der Physik der Erdatmosphäre führen.
Zur weltweiten Erfassung von Blitzen benutzte das Team um Hugh Christian zwei auf erdnahen Satelliten stationierte Sensoren. Diese Sensoren untersuchten Wolkenformationen im infraroten Bereich des Spektrums und erfassten so Blitzvorgänge selbst bei hellem Tageslicht. Dies ermöglichte es den Wissenschaftlern, die weltweite Häufigkeitsverteilung von Blitzen zu untersuchen. Die daraus resultierenden Ergebnisse sind in einer Weltkarte dargestellt, die die jährliche Anzahl von Blitzen pro Quadratkilometer aufzeigt. Sie ist auf der Webseite des Projektes der Nasa zu sehen.
Der Studie zu Folge ist die Atmosphäre über Zentralafrika mit mehr als 50 Blitzen pro Quadratkilometer und Jahr die Region mit den meisten Blitzvorkommen. Auch der Himalaja und der US-Bundesstaat Florida zeigen eine ungewöhnlich hohe Anzahl von Blitzen auf. Im Gegensatz dazu ist die jährliche Zahl von Blitzen über den Ozeanen der Erde am geringsten.
Die unterschiedlichen Häufigkeiten von Blitzen über bestimmten Erdregionen hängen mit regionalen Klimabesonderheiten zusammen. Der US-Bundesstaat Florida etwa ist sowohl Winden von seiner Westküste als auch von seiner Ostküste her ausgesetzt, was zu einer erhöhten Anzahl von Stürmen und damit Blitzen führt.
Die zur Entstehung von Blitzen führenden physikalischen Prozesse sind bisher nur unzureichend verstanden. Zwar ist bekannt, dass Kollisionen von Eiskristallen und Wassertropfen zu einer Ladungstrennung in Wolkenformationen führen, die genauen Einzelheiten dieser Vorgänge sind allerdings bisher nicht bekannt. Auch erreichen nicht alle Blitze den Boden, vielmehr kommen die meisten zwischen verschiedenen Wolkenbereichen vor. Zu einem erweiterten Verständnis könnten für die nahe Zukunft geplante neue Satellitenbeobachtungen führen.
Stefan Maier





