Einige Forscher hatten daher den Verdacht, dass die Evolution zu Beginn des Erdzeitalters Karbon tatsächlich eine Pause einlegte. Denn kurz vor Ende des Karbons hatte es eine größere Krise des Lebens gegeben, bei der zahlreiche Lebewesen ausstarben. Einer Theorie zufolge sank damals der Sauerstoffgehalt der Atmosphäre stark ab, was die Besiedlung der Kontinente erschwert haben könnte.
Smithson und seine Kollegen suchten nun systematisch in Schichten aus dem frühen Karbon nach Fossilien. Dabei entdeckten sie in vier Fundstätten in Schottland und einer auf der kanadischen Insel Neuschottland neue Vierfüßer-Fossilien. Insgesamt fanden sie gleich vier neue Landwirbeltier-Arten, die allerdings noch nicht genauer beschrieben sind, und zahlreiche Einzelknochen. Zwei der Vierfüßer waren wohl etwa einen Meter lang, ähnlich wie der Riesenlurch Pederpes, der vor 345 Millionen Jahren auftauchte. Wie die Forscher berichten, unterscheiden sich die neuen Exemplare allerdings deutlich von den bislang bekannten Arten. Dazu fanden sie auch einige Knochen von kleineren Arten. Zusammen mit den Vierfüßern endeckten die Forscher auch Fossilien von Lungenfischen, Tausendfüßlern und anderen Gliederfüßern, die an Land leben.
Die Forscher kommen nun zu dem Schluss, dass die Romer-Lücke vor allem durch eine bislang erfolglose Fossilien-Suche zu erklären ist. Die Wirbeltiere erholten sich ihrer Studie zufolge sehr schnell von dem Massensterben im Devon und entwickelten einige fortgeschrittene Eigenschaften ? wie zum Beispiel die Fünffingrigkeit ? bereits früher als gedacht.





