Mit der Methode der Vakuum-Pyrolyse erhitzte Cardiff simuliertes Mondgestein im Vakuum durch fokussiertes Sonnenlicht auf 2.500 Grad Celsius. Das Ergebnis: 20 Prozent des Materials verwandelte sich in freien Sauerstoff. “Die Vakuum-Pyrolyse hat zahlreiche Vorteile”, berichtet Cardiff. “Man braucht kein Material von der Erde, und es ist auch nicht nötig, nach einem bestimmten Mineral zu suchen.” Die Schlacke, die nach der Hitze-Attacke übrig bleibt, könnte sogar noch als Baumaterial, Straßenbelag oder für den Strahlenschutz verwendet werden. Cardiff glaubt, dass er die benötigten Temperaturen noch deutlich senken kann, wenn er den Luftdruck in seiner Versuchskammer noch einmal um den Faktor Tausend verringert.
Andere Möglichkeiten, den kostbaren Sauerstoff zu gewinnen, benötigen ebenfalls viel Wärme. Ein Team um Mark Berggren von Pioneer Astronautics in Colorado behandelt den künstlichen Mondstaub mit Kohlenmonoxid. Eine andere Forschergruppe von Pratt & Whitney Rocketdyne in Kalifornien schmilzt den Staub und befreit den Sauerstoff dann mit Hilfe von elektrischem Strom. Das Verfahren nennt sich Magma-Elektrolyse.
Um die Forschung zu beflügeln, haben die Nasa und das Florida Space Institute einen Preis ausgesetzt: Die Gruppe, die es bis zum 1. Juni 2008 schafft, innerhalb von acht Stunden 5 Kilogramm Sauerstoff aus einer vorgegebenen Menge künstlichen Mondstaubs zu extrahieren, gewinnt 250.000 Dollar.





