Falls es auf dem Mond Wasser gibt, dann wesentlich weniger als bislang gehofft. Das belegen Messungen amerikanischer Forscher. Bruce Campbell von der Smithsonian Institution in Washington D.C., stellen ihre Untersuchungen im Journal Nature vor (Bd. 426, S. 137).
Die amerikanischen Raumsonden Clementine und Lunar Prospector hatten in den 90er Jahren mit verschiedenen Methoden Hinweise darauf gefunden, dass sich im Boden einiger Mondkrater Wassereis befinden könnte. Da nie ein Sonnenstrahl den Grund von Kratern wie Shoemaker, Faustini oder Shackleton in der Nähe des Mond-Südpols erreicht, liegen die Temperaturen dort permanent unter dem Gefrierpunkt.
Die neuen Messungen von Campbell und seinen Kollegen zeigen jetzt allerdings, dass das vermutete Eis fein verteilt im Mondboden vorliegen muss und nicht in Form dicker, massiver Schichten.
Die Forscher hatten die Polregionen des Mondes mit langwelligen Radarstrahlen durchleuchtet, die mehrere Meter tief in den Mondboden eindringen können. Falls sich dort dicke Eisschichten befinden würden, hätten die Forscher ein starkes Echo erhalten müssen. Doch das blieb aus. Da vorher auch Messungen mit kurzwelligeren Radarstrahlen ohne Ergebnis geblieben waren, schließen die Forscher aus, dass Eislagen von mehr als einem Zentimeter Dicke im Mondgestein eingebettet sind.
Anders sieht es auf dem Planeten Merkur aus: Bei ähnlichen Messungen waren dort starke Reflexionen am Boden einiger polnaher, permanent im Schatten liegender Krater aufgetreten, die als dicke Eisdepots interpretiert wurden. Womöglich wird der sonnennächste Planet häufiger als der Mond von Kometen getroffen, deren Eis dann in Kältefallen überdauert, spekulieren die Forscher.
Ute Kehse





