Unsere Sonne und die meisten anderen Sterne der Milchstraße liegen in der „dünnen Scheibe“ – der Hauptebene unserer Galaxie. In dieser rund 1000 bis 1300 Lichtjahre dicken Sternenscheibe liegen die Spiralarme und der Balken, in ihr findet auch die Sternbildung statt. Wie bei den meisten Galaxien hat sich diese von innen nach außen entwickelt: Der Großteil der Sternbildung fand anfangs in der dichten zentralen Region der Milchstraße statt und ist seither immer weiter nach außen gewandert.

Hat auch die Milchstraße einen „Break“?
Dieses „Inside-Out“-Wachstum von Galaxien spiegelt sich in der Altersverteilung ihrer Sterne wider: Bewegt man sich vom Zentrum nach außen, werden die Sterne im Schnitt immer jünger – aber nur bis zu einem gewissen Punkt. Jenseits dieser Grenze der aktiven Sternbildung kehrt sich die Altersverteilung wieder um: Die Sterne werden wieder älter, je weiter außen sie liegen. Sie sind zwar einst innen entstanden, aber im Laufe der Milliarden Jahre nach außen gewandert. Insgesamt entsteht dadurch eine U-förmige Altersverteilung der Sterne.
Die große Frage jedoch: Hat auch unsere Milchstraße eine solche äußere Grenze der aktiven Sternbildung und U-förmige Kurve? Und wo liegt sie? „Während solche Brüche bei Scheibengalaxien gängig sind, war bislang offen, ob auch die Milchstraße ein solches Profil besitzt“, erklären Karl Fiteni von der Universität Malta und seine Kollegen. „Unsere Position in der galaktischen Scheibe und der verhüllende Staub machen es uns schwer, dies genau zu bestimmen.“
Knick in der Kurve
Um mehr Klarheit zu schaffen, haben Fiteni und sein Team nun Daten der zwei großen spektroskopischen Sternenkartierungen LAMOST und APOGEE ausgewertet und ergänzten diese durch Daten des Gaia-Satelliten. „Diese unabhängigen Datensätze nutzen unterschiedliche Methoden zur Altersbestimmung von Sternen“, erklären die Astronomen. Für ihre Analyse werteten sie Alter, Position und Bewegung von rund 100.000 Sternen im Abstand von rund 22.000 bis 65.000 Lichtjahren vom Milchstraßenzentrum aus.







