Ein riesiger Meteoriteneinschlag westlich von Irland erzeugte vor rund 200 Millionen Jahren in Großbritannien ein Erdbeben der Magnitude zehn oder mehr, stärker, als es zusammenstoßende Erdplatten vermögen. Das berichtet Michael Simms vom Ulster-Museum in Belfast im Fachblatt Geology (Juni-Ausgabe. S.557 – 560).
Simms schreibt, dass in Großbritannien eine Fläche von 250.000 Quadratkilometern (etwa halb so groß wie die Bundesrepublik) von einer ein bis vier Meter dicken Schicht aus Sand- oder Tongestein bedeckt ist, die offenbar kurz nach der Ablagerung durch ein gewaltiges Erdbeben aufgewirbelt wurde. Direkt darüber findet sich eine Schicht aus Sandrippeln, die offenbar durch eine meterhohe Flutwelle, einen so genannten Tsunami, abgelagert wurde.
Simms schließt aus der Art der Sedimente, dass das Erdbeben zu groß war, um von der Erde selbst verursacht worden zu sein. Statt dessen hat er einen Meteoriteneinschlag im Verdacht, der auch den Tsunami hervorrief.
Im Westen von Kanada, das während der Trias noch direkt an die Britischen Inseln grenzte, existiert ein in Frage kommender Krater: Der Manicouagan-Krater ist 214 Millionen Jahre alt und hat mit einem Durchmesser von hundert Kilometern eine durchaus beachtliche Größe.
Im November 2002 berichtete ein anderes Forscherteam im Journal “Science”, dass sie in der Nähe von Bristol Gestein gefunden hatten, dass vom Einschlag geschmolzen und dann aufgewirbelt worden war. Wie Simms schreibt, könnten verdächtige Sedimentgesteine wie die “Megaseismite” aus Großbritannien bei der Suche nach bislang verborgenen Einschlagkratern helfen.
Ute Kehse





