Eine billige Unterwasserkamera und ein herkömmlicher Polarisationsfilter könnten schon bald zur Herstellung glasklarer Unterwasseraufnahmen ausreichen. Dieser von Hobby- und Berufstauchern seit langem ersehnte Durchbruch wurde von Mathematikern des Technion-Forschungszentrums in Israel erzielt. Mittels eines cleveren Algorithmus gelingt es, die störenden von oberhalb der Wasseroberfläche in die Sichtlinie gestreuten Lichtstrahlen nachträglich am Computer zu korrigieren. Darüber berichteten die Forscher auf einer Konferenz des Institute of Electrical and Electronics Engineers (IEEE).
Selbst in glasklarem Wasser sind scharfe Aufnahmen oftmals unmöglich. Dies hängt damit zusammen, dass die Sichtlinie zwischen der Kameralinse und dem gewünschten Objekt durch Streulicht aus der Umgebung gestört wird. Dies führt zu dem bekannten Schleier, der die Detailtreue von Unterwasseraufnahmen stark beeinträchtigt.
Forscher um Yoav Schechner des Technions haben nun eine elegante Lösung für dieses Problem gefunden. Dabei muss nur ein gewöhnlicher Polarisationsfilter vor der Linse angebracht werden. Die so erstellten Bilder können dann anschließend durch ein Computerprogramm, das die Rückstreuung der Sonnenstrahlen der Umgebung kompensiert, nachbearbeitet werden. Auf diese Weise lassen sich selbst mit billigen Kameras Aufnahmen hoher Qualität erzielen, so die Wissenschaftler.
Neben einem Einsatz in der Unterwasserforschung denkt Schechner auch bereits an eine kommerzielle Ausnutzung seiner Erfindung. Allerdings ist noch unklar, zu welchem Zeitpunkt seine Software auf dem freien Markt verfügbar sein wird.
Stefan Maier