Zum zweiten Mal überhaupt ist es Forschern gelungen, die Masse eines Planeten außerhalb des Sonnensystems relativ exakt zu vermessen. Demnach wiegt der zweite Planet des Sterns Gliese 876 zwischen 1,89 und 2,4 mal so viel wie der Riesenplanet Jupiter.
Fritz Benedict und Barbara McArthur, von der University of Texas in Austin bestimmten mit dem Weltraumteleskop Hubble die Lage der Bahn des Planeten um den Stern, berichten sie in der Zeitschrift “Astrophysical Journal Letters” (Ausgabe vom 20. Dezember). Die Astronomen beobachteten die Wackelbewegung von Gliese 876, eines roten Zwergsterns, die bereits zu der Entdeckung des Planeten im Jahr 1998 geführt hatte. Da jedoch unbekannt war, ob man von der Erde aus sozusagen von oben oder von der Seite auf das Planetensystem schaut, konnten die Astronomen damals aus dem Zittern alleine nicht auf die Masse des Planeten schließen.
Durch eine zwei Jahre dauernde Beobachtung des Wackelns fanden die Forscher heraus, dass man das Planetensystem fast genau von der Seite sieht. Somit liegt die Masse des Planeten an der unteren Grenze des denkbaren Massenintervalls zwischen zwei und hundert Jupitermassen. “Damit haben wir eindeutig nachgewiesen, dass der Begleiter von Gliese 876 ein Planet und kein kleinerer Stern ist”, sagt McArthur.
Mit der jetzt verwandten Technik könnten die Massen einiger anderer bekannter extrasolarer Planeten bestimmt werden, die relativ nah an der Erde liegen.
Die Masse des einzigen anderen exakt gewogenen Planeten konnte nur deswegen bestimmt werden, weil er zufällig direkt vor seinem Stern herzieht und diesen alle vier Tage ein wenig verdunkelt. Erst Ende des Jahrzehnts könnte das von der Nasa geplante Weltraumteleskop SIM (Space Interferometry Mission) noch genauere Messungen ermöglichen.
Ute Kehse





