Phobos wird sich ringförmig verkrümeln
Sie erfassten dazu systematisch alle verfügbaren Daten über die Eigenschaften des kuriosen Himmelskörpers. Ihnen zufolge scheint klar, dass Phobos eher weich ist. Schon seine unregelmäßige Form legt dies nahe: Astronomen gehen derzeit davon aus, dass es sich bei dem Mond um eine vergleichsweise lockere Ansammlung von Trümmerbrocken handelt, die sich einst im Orbit um den Mars zusammenballten. Basierend auf ihren Berechnungen und Modellen kommen Black und Mittal nun zu der Prognose: Wegen seiner geringen Dichte wird sich Phobos auf seinem Selbstmordkurs in den nächsten 20 bis 40 Millionen Jahren in Krümel verwandeln. Diese Überreste werden dann für Jahrmillionen einen Ring um Mars bilden, der den Berechnungen zufolge ähnlich dicht sein wird wie die Ringe des Saturn. Den Forschern zufolge sei es daneben allerdings durchaus möglich, dass ein Bestandteil des Phobos hart genug ist, um den Gravitationskräften standzuhalten. Dieser Rest würde dann auf den Mars fallen und ihm einen weiteren Krater verpassen.
Bereits Anfang dieses Monats berichteten Wissenschaftler der NASA, dass Phobos möglicherweise bereits Anzeichen seiner Instabilität aufweist: Auf seiner Oberfläche sind deutlich Linien zu erkennen, welche die Astronomen als Dehnungsrisse interpretieren. Einige scheinen dabei älter und andere jünger zu sein, was darauf hindeutet, dass neue Furchen entstehen, berichtet die NASA. Phobos baldiges Ende spiegelt sich demnach in einem zunehmend faltigen Antlitz wider. Black und Mittal zufolge wird der Untergang der kleinen Space-Kartoffel unser Sonnensystem wohl verändern: Es gewinnt einen weiteren Ring-Planeten hinzu.





