Ein Wissenschaftlerteam des Massachusetts Institute of Technology (MIT) untersucht derzeit die faszinierenden Eigenschaften magnetischer Flüssigkeiten an Bord der Internationalen Raumstation ISS. Wenn derartige Flüssigkeiten in ein Magnetfeld gebracht werden, härten sie aus und verhalten sich wie ein Feststoff. Dieser Effekt wird bereits in einigen Dämpfsystemen von Brücken oder Kraftfahrzeugen eingesetzt und könnte auch zur Steuerung der Gliedmaßen zukünftiger Robotergenerationen dienen.
Die Erforschung der physikalischen Eigenschaften dieser so genannten magnetorheologischen – kurz MR – Flüssigkeiten steht derzeit erst am Anfang. Bekannt ist nur, dass sich die Teilchen der Flüssigkeit unter dem Einfluss eines Magnetfelds geordnet anordnen und somit deren Zähigkeit stark erhöhen. Dies kann soweit gehen, dass sich ein Feststoff ausbildet, der beim Abschalten des Magnetfelds wieder in eine Flüssigkeit übergeht.
Um die störenden Einflüsse der Schwerkraft auf die Untersuchung von MR Flüssigkeiten auszuschalten, führt das von Alice Gast angeführte Forscherteam seine Untersuchungen im Weltraum an Bord der ISS durch. Insbesondere soll in dem auf den Namen InSpace getauften Experiment untersucht werden, wieso der magnetorheologische Effekt bei stark fluktuierenden Magnetfeldern zusammenbricht.
Wenn MR-Flüssigkeiten magnetischen Wechselfeldern hoher Frequenz ausgesetzt werden, so verklumpen die Teilchen über einen Zeitraum von mehreren Minuten bis zu einigen Stunden zu größeren Teilchenkomplexen. Dies zerstört den magnetorheologischen Effekt. Allerdings werden die Verklumpungsprozesse stark von der Schwerkraft der Erde beeinflusst, so dass die genauen Muster der Teilchenkomplexe nur im Weltraum studiert werden können.
Die Nasa berichtet auf einer ihrer Webseiten über die InSpace Experimente.
Stefan Maier