Turbulenzen könnten winzige Magnetfelder, die in den ersten Sekundenbruchteilen des Universums entstanden sind, zu den heutigen galaxiengroßen Magnetfeldern “aufgeblasen” haben. Seine Theorie stellt Axel Brandenburg vom Nordic Institute of Theoretical Physics im Fachmagazin Science vor.
Von einigen theoretischen Physikern wird vorhergesagt, dass im Universum einige Sekundenbruchteile nach dem Urknall starke Magnetfelder entstanden sind. Dies soll noch während der Inflationsphase passiert sein, in der das Universum um einen gigantischen Faktor aufgebläht wurde. Diese Magnetfelder hätten demnach heute in etwa die Größe unseres Sonnensystems.
Aufgrund einer ungewöhnlichen Eigenschaft aus der Turbulenz-Physik glaubt Brandenburg, dass aus diesen Feldern die Magnetfelder entstanden sind, die heute Galaxien umspannen. Dazu müssten sie um einen Faktor von zehn Milliarden angewachsen sein.
Turbulenzen in Flüssigkeiten oder physikalischen Feldern neigen normalerweise dazu, in immer kleiner werdende Strukturen zu zerfallen. Da in Magnetfeldern jedoch nicht nur der Energieerhaltungssatz beachtet werden muss, sondern auch die so genannte Helizität erhalten bleibt, geschieht in diesen Feldern genau das Gegenteil. Die Helizitätserhaltung zwingt die Magnetfelder dazu, einen größeren Raum einzunehmen. Die Helizität ist ein Maß für die Verwirbelung der Magnetfeldlinien.
Das Planck-Weltraumteleskop der ESA, dessen Start für das Jahr 2007 vorgesehen ist, könnte durch Messung von kleinen Schwankungen in der kosmischen Hintergrundstrahlung, Aufschluss über die Entstehung der Magnetfelder bringen.
Axel Tillemans





