Auf der Suche nach einer Lösung für dieses Problem kam dem Planetenforscher von der Universität von Tennessee in Knoxville seine Leidenschaft zu Hilfe, alles Mögliche in die Mikrowelle zu stecken und zu schauen, was herauskommt. Als er eine kleine Probe Mondgestein, das die Apollo-Astronauten mitgebracht hatten, ebenfalls dieser Behandlung unterzog, entdeckte er, dass die staubige Probe in verblüffend kurzer Zeit zu einem festen Block zusammenklumpte.
Der Grund dafür sei die Zusammensetzung des so genannten Mondregoliths, erklärt Taylor: Die ständig auf der Oberfläche einschlagenden großen und kleinen Meteoriten zermahlen das Mondgestein zu Staub und erzeugen dabei eine so große Hitze, dass sich auch glasartige Strukturen bilden. Diese sind teilweise mit winzigen Körnchen aus metallischem Eisen durchsetzt ? und genau die konzentrieren die auftreffende Mikrowellenenergie extrem effizient. Aus diesem Grund genüge schon eine kurze Zeit bei geringer Leistung, um die Staubkörnchen zusammenzubacken, so Taylor.
Ideen, wie dieses Prinzip von zukünftigen Bewohnern einer Mondbasis genutzt werden könnte, hat der Forscher auch schon: Neben den mit Mikrowellengeneratoren ausgestatten Fahrzeugen schweben ihm auch kleine, eigenständige Roboter vor, die wie ein Rasenmäher über die Hänge von Bergen und Kratern fahren und diese in feste, glatte Glasflächen verwandeln. Solche Flächen könnten dann als Landeplätze für Raketen oder Bauplätze für Unterkünfte dienen. Selbst das Baumaterial für diese Behausungen könnte mit der Technik erzeugt werden. Ob die Mikrowellen jedoch in der luftleeren Umgebung überhaupt die gleiche Wirkung haben wie auf der Erde, kann der Wissenschaftler noch nicht sagen.





