Mit den weitreichenden Folgen der Pille für die Gesellschaft der Bundesrepublik zwischen 1960 und 1980 befasst sich Eva-Maria Silies in ihrer Dissertation. Sie zeigt, dass die Pille keineswegs einen einfachen „Siegeszug“ antrat. Nicht zuletzt waren es die Frauen selbst, die zu Beginn der 1980er Jahre zunehmend die Pille als gesundheitsgefährdenden Eingriff in ihren Körper ablehnten. Dennoch, langfristig änderte sich mit der Pille das Verhältnis der Geschlechter zueinander, und die gezielte Familienplanung ermöglichte es mehr Frauen, berufstätig zu sein. Eine „sexuelle Revolution“ aber habe die „Pille“ nicht gebracht, betont die Autorin, denn eine allgemeine Promiskuität habe sich auch mit der Pille nicht eingestellt.
Rezension: Dr. Heike Talkenberger





