Der Sternenhimmel über den Städten Europas und der USA ist immer schlechter zu erkennen. Mehr als zwei Drittel der Amerikaner und mehr als die Hälfte der Europäer können ihr kosmisches Zuhause, die Milchstraße, nicht mehr sehen. Das ergab eine Studie der Universität von Padua.
Das eigentliche Ziel dieser Studie war es, einen Atlas der nächtlichen Beleuchtungsintensität zu erstellen. Doch die Daten, die von einem Wettersatellit des Defense Meteorological Satellite Program (DMSP) der amerikanischen Luftwaffe gesammelt wurden zeigten, dass die Lichtverschmutzung ungeheure Ausmaße angenommen hat.
Auslöser dieser Lichtverschmutzung, ist die zunehmende Verwendung künstlicher Lichtquellen wie Straßen- und Häuserbeleuchtungen. Diese ist inzwischen so weit fortgeschritten, dass nahe zu achtzig Prozent der Nordamerikaner keine wirkliche Nacht mehr erleben.
Auch Sternwarten sind betroffen. Obwohl diese ihren Standort in der Regel fern ab der Ballungszentren haben, klagen Wissenschaftler über eine zunehmend verminderte Sehleistung. Schuld daran sei die fortschreitende urbane Entwicklung, die in das Beobachten astronomischer Aktivitäten in Zukunft immer mehr beeinträchtigen wird, wenn der Lichtpegel der Städte nicht einer gewissen Kontrolle unterliegt.
Dennoch ist die Lichtverschmutzung nicht zwingend mit der Existenz von Ballungszentren in Verbindung zu bringen. Eine Ausnahme ist hier zum Beispiel Venedig. Hier wir die Lichtintensität bewusst gering gehalten, um das romantische Flair der Stadt nicht zu stören. Denn was ist schon romantischer als ein Kuss unter freiem Sternenhimmel?
Knut Zimmer





