Vor 25 Jahren stellten Forscher aus Alaska fest, dass leuchtende Nachtwolken Radiowellen sehr stark reflektieren. Wie Paul Bellan berichtet, liegen die Wolken direkt unterhalb einer dünnen Luftschicht, in der sich Eisen und Natrium ansammeln. Diese beiden Elemente stammen von Mikrometeoriten, die beim Eintreten in die Erdatmosphäre pulverisiert werden. “Die leuchtenden Nachtwolken saugen die Eisen- und Natriumatome auf wie ein Fliegenfänger”, sagt Bellan. Messungen hätten gezeigt, dass sich 80 Prozent weniger Metalldampf in der Schicht befindet als üblich, wenn Leuchtende Nachtwolken zu sehen sind
Experimente hätten zudem gezeigt, dass sich Natriumdampf bei den kalten Temperaturen von minus 123 Grad Celsius, wie sie in den Wolken herrschen, schnell als Metallfilm auf Eispartikeln absetzt. Bellan konnte nun durch Modellrechnungen zeigen, dass ein solcher Metallfilm tatsächlich Radiowellen zurückwirft. “Die hohe Reflektivität ist aber nicht allein die Summe der Reflexionen der einzelnen Eiskörnchen, das würde gar keinen großen Effekt hervorrufen”, sagt Bellan. “Was passiert ist, dass sich Wellenbewegungen in der Wolke aus metallüberzogenen Eisteilchen bilden, die die Wellen gemeinsam reflektieren. Das ist so ähnlich wie bei einer Armee, die im Gleichschritt über eine Brücke marschiert und diese dadurch in Schwingung versetzt.” Ein ähnlicher Prozess spiele bei Röntgenstrahlen eine Rolle, die von einem Kristallgitter reflektiert werden, sagt der Forscher.





