Ursprung der Leoniden ist der Komet Tempel-Tuttle. Sie erscheinen etwa alle 33 Jahre besonders zahlreich. In der Nähe des Kometen kreisen Wolken sandkorn- bis erbsengroßer Bruchstückchen auf eigenen Bahnen um die Sonne. Sie sind Teilchen aus dem Schweif des gefrorenen Kometen, der auf seiner elliptischen Bahn alle 33 Jahre der Sonne besonders nahe kommt und dann von ihr angetaut wird. In den Jahren nach einer solchen Annäherung sind die Leonidenschauer oft besonders reichhaltig, weil die Erde dann viele der Kometen-Staubwolken kreuzt. Entdeckt wurde der Komet 1865 unabhängig vom deutschen Astronomen Ernst Wilhelm Tempel und von Horace Tuttle.
Die am Sonntag erwarteten Sternschnuppen stammen von Kometenbruchstücken, die in den Jahren 1633 bis 1866 von der Sonne aus dem “schmutzigen Schneeball” Tempel-Tuttle herausgetaut wurden. Mit bis zu 250 000 Kilometern pro Stunde sind sie besonders schnell. Vor diesen kosmischen Geschossen sind Menschen auf der Erde zwar durch die Atmosphäre geschützt, in der die Kometenteilchen verglühen. Satelliten könnten bei einem Zusammenstoß aber beschädigt werden.
Einer Studie der britischen Open University (Milton Keynes) zufolge sind besonders am Sonntag zwischen 18.00 Uhr und 21.00 Uhr Satelliten gefährdet, die über dem amerikanischen Kontinent auf einer geostationären Umlaufbahn in etwa 34 000 Kilometer der Erdrotation folgen. “Zwar ist das Risiko für einen großen Schaden verhältnismäßig niedrig, dieser Zeitraum bedeutet aber zweifellos das größte Kollisionsrisiko für geostationäre Satelliten seit Beginn des Raumfahrtzeitalters”, schreibt der Weltraumwissenschaftler Neil McBride.
Satellitenbetreiber versuchen, ihre empfindlichen Geräte zu schützen, indem sie sie längs zum Meteoritenstrom drehen. Die Leonidenschauer der vergangenen beiden Jahren waren für die Satelliten glimpflich abgelaufen.
Auch im kommenden Jahr soll die Erde noch einmal Wolken von Kometenbruchstücken kreuzen. Dann wird allerdings der Vollmond viele Sternschnuppen überstrahlen.





