Es dauerte Monate, bis die Raumsonde Galileo die faszinierenden Bilder von Io zur Erde sendete. Bereits im Februar 2000 hatte sie sich dem Jupitermond bis auf 200 Kilometer genähert, nun stellte Alfred McEwen vom Department of Planetary Sciences der University of Arizona seine neuesten Erkenntnisse vor. Demnach schneit es auf Io weiße Flocken, die ganze Regionen bedecken und aus verschiedenen Schwefelverbindungen bestehen.
Es scheint immer wieder zu Umlagerungen zu kommen, die Substanz scheint an der einen Stelle zu sublimieren, während sie vor allem in den vulkanisch aktiven Regionen zu Boden fällt. “Wir wüssten zu gern, wo der Stoff herkommt, und wie er sich in den Ebenen neu bildet”, meint McEwen. Noch haben die Forscher keinerlei Vorstellung, wie es zu der weiten Verbreitung auf der Oberfläche des Mondes kommt. Eigentlich müssten sich die gefrorenen Schwefelverbindungen längst in den Weltraum verflüchtigt haben. Auch ist unverständlich, warum es keinerlei Anreicherungen in den Polregionen gibt.
Io ist der innerste der vier großen Jupitermonde. Sein mittlerer Durchmesser beträgt 3.642 Kilometer und umkreist den Jupiter in einer Entfernung von rund 421.600 Kilometern (der Abstand des Mondes von der Erde beträgt im Durchschnitt 384.400 Kilometer). Aufgrund der hohen Anziehungskräfte wird der Mond ständig derart deformiert, dass er zu den vulkanisch aktivsten Himmelskörpern des Sonnensystems gehört. Dabei wird das Material einige Hundert Kilometer in die Höhe geschleudert und kann bis in den Weltraum gelangen.
Joachim Schüring





