An der Grenze zwischen den US-Bundesstaaten Montana und Wyoming hat ein Berg vor etwa 50 Millionen Jahren eine 45 Kilometer lange Wanderung hingelegt. Die Ursache dafür war Lava aus dem Erdinneren, die den Untergrund so glitschig machte, dass der Berg viele Kilometer nach Südwesten schlitterte, berichten Einat Aharonov vom Weizmann Institut in Israel und Mark Anders von der Columbia University in New York in der Zeitschrift Geology.
Auf keinem anderen Kontinent der Erde hat sich ein ganzer Gesteinsblock so weit verschoben wie der Heart Mountain im Norden der USA. Schon lange rätseln Geologen darüber, welche Kraft den Berg bewegte.
Aharonov und Anders fanden nun die Lösung: Genau zu der Zeit, als der Berg ins Rutschen kam, drang aus dem Erdinneren flüssige Lava nach oben und riss senkrechte Spalten in den tiefen Untergrund. Das geschmolzene Gestein drang bis zu einer Kalkschicht drei Kilometer unter der Erde vor, in der sich Grundwasser befand.
Den Berechnungen der Forscher zufolge brachte die Lava das Grundwasser zum Kochen, so dass sich der Druck in den Gesteinsporen stark erhöhte. Durch den unter Druck stehenden Wasserdampf verlor der Berg die Haftung zum Untergrund und begann zu rutschen ? obwohl die Gesteinsschicht, entlang der er sich bewegte, nur um zwei Grad geneigt war. Wie die Forscher schreiben, hatte das Massiv, das so über die Erde schlitterte, eine Gesamtfläche von 3.400 Quadratkilometern und war zwei bis vier Kilometer dick.
Einat Aharonov, Mark Anders: “Hot water: A solution to the Heart Mountain detachment problem?”, Geology, Bd. 34, Nr. 3, S. 165 Ute Kehse





