Geklimperte E-Mails
Für Buchstabenpaare wie „th” oder „he” haben sie häufige Intervalle wie Terzen oder Quinten verwendet. „Wichtig hierbei war auch, dass der Abstand zwischen den Buchstabentasten nicht zu groß wird, damit der Pianist die Notenfolge ohne Mühe spielen kann”, erklärt Antti Oulasvirta, ein beteiligter Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Informatik. Um zu große Abstände zu verhindern, haben die Forscher fast allen Buchstaben mehrere Noten zugewiesen: Je häufiger der Buchstabe ist, desto mehr Übersetzungen gibt es. Der Buchstabe „e” zum Beispiel, der am häufigsten im Englischen vorkommt, kann durch vier verschieden Noten in verschiedenen Oktaven eingegeben werden. Für gängige Silben und Wörter haben sie zudem Moll- und Durakkorde genommen, was die Eingabe der ganzen Buchstabenfolge mit nur einer Bewegung ermöglicht.
Um die Praktikabilität zu überprüfen, baten die Forscher eine Probandin, die nur in ihrer Freizeit Klavier spielt, die Zuweisung von Buchstaben zu Noten beziehungsweise Akkorden auswendig zu lernen. Nach einem rund sechsmonatigen Training konnte sie dadurch circa 80 Wörter in der Minute verfassen. So kann sie schneller als mit der Tastatur, Freunden auf Facebook schreiben oder E-Mails verfassen. Nebenbei verbesserte sie mit den regelmäßigen Übungen auch noch ihr Klavierspiel. Wie es klingt, wenn jemand Klavier-spielend schreibt, zeigt ein Video der Forscher.





