Verbrechen und die ausgeklügelten Methoden, um sie aufzuklären: ein fesselndes Thema – und ein kompetenter Autor. Patrick Voss-de Haan ist wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Bundeskriminalamt (BKA) in Wiesbaden. Er hat Physik studiert und anschließend Wissenschaftsjournalismus betrieben. Sachlich-anschaulich berichtet er von den Anfängen wissenschaftlicher Verbrecherjagd und über die kriminaltechnischen Methoden, mit denen sich heute auch unscheinbare Spuren finden lassen.
Der Bogen reicht von den rechtsmedizinischen Anfängen in China und dem Jahrhunderte alten Kampf gegen Giftmischer über die Suche nach Fingerabdrücken bis zu den Nachforschungen mit Röntgenscanner und Rasterelektronenmikroskop der Neuzeit. Voss-de Haan greift bekannte und unbekannte Verbrechen auf und erklärt, mit welchen wissenschaftlichen Tricks der Täter überführt wurde. Wie konnte das BKA „Hitlers Tagebücher”, die der Stern 1983 veröffentlichte, als Fälschung entlarven? Wie lässt sich ein Fotokopierer identifizieren, auf dem Erpresserschreiben vervielfältigt wurden? Wie findet man ein Paket Sprengstoff in einem Koffer und unterscheidet es von einem Pfund Kaffee – natürlich ohne das Gepäckstück zu öffnen?
Das Buch ist genau das Richtige für alle, die Krimis mögen und Interesse an Physik haben. Wer allerdings Kriminelles plant, wird es mit Schrecken lesen. Denn fest steht: Wenn sie nur genug Aufwand treiben, finden die Kriminaltechniker stets eine Spur, um dem Täter auf die Schliche zu kommen.
Patrick Voss-de Haan PHYSIK AUF DER SPUR Wiley-VCH, Weinheim 2005 306 S., € 24,90, ISBN 3-527-40516-X
Heinz Horeis





