Cayrel und seine Kollegen benutzten erstmals das radioaktive Element Uran-238 für die Altersbestimmung. Mit Hilfe des Very Large Telescope der Europäischen Südsternwarte in Chile bestimmten sie die Häufigkeit von Uran-238 und Thorium-232 im Stern CS31082-001. Dieser schon sehr alte Stern befindet sich im kugelförmigen Halo der Milchstraße. CS31082-001 ist sehr arm an Metallen – ein Zeichen dafür, dass bei seiner Entstehung erst sehr wenige dieser schweren Elemente vorhanden waren, die bei Supernova-Explosionen entstehen. CS31082-001 ist also schon ein Stern der zweiten Generation, aber dennoch einer der ältesten Sterne der Milchstraße.
Das Uran und das Thorium müssen ebenfalls bei Supernova-Explosionen entstanden sein. Da die Zerfallsraten von beiden bekannt sind und sich abschätzen lässt, welche Menge von beiden Stoffen bei den ersten Supernova-Explosionen erzeugt wurde, konnten die Forscher aus der Häufigkeit beider Elemente in CS31082-001 das Alter des Sterns direkt bestimmen. Das Universum, so folgern Cayrel und seine Kollegen, muss folglich noch ein wenig älter sein. Nun sind die Astronomen dabei, nach weiteren Uralt-Sternen zu suchen, die die Uran-Uhr in sich tragen. Dann könnten sie das Alter noch genauer festlegen. (Nature Bd. 409, S. 691)
Ute Kehse





