Die russische Forschung an einem neuartigen Weltraumantrieb aus Sonnensegeln hat einen Rückschlag erlitten. Der Flugapparat Kosmos-1 mit zwei 15 Meter langen Sonnenflügeln habe sich aus noch ungeklärten Gründen nicht von der Trägerrakete getrennt.
Das erklärte das russische Lawotschkin-Forschungsinstitut bei Moskau am Montag. Deshalb hätten sich die Segel nicht entfalten können, die nach den Vorstellungen der Techniker den Sonnenwind einfangen und Raumschiffe künftig wie Segelboote über große Strecken durch das All tragen sollen.
“Das Experiment hat nicht stattgefunden», sagte Igor Schewaljow, ein Sprecher des Lawotschkin-Instituts, der Zeitung «Moscow Times”. Der 40 Kilogramm schwere Flugapparat war am vergangenen Freitag mit einer umgewandelten Interkontinental-Rakete von einem russischen U- Boot in der Barentssee ins All geschossen worden.
Durch den Fehlschlag verzögert sich den Angaben zufolge auch das nächste Experiment. Kosmos-2 soll mit dem kompletten Satz aus acht Segeln einem gigantischen Windrad ähneln. Wenn das Problem der Steuerung einmal gelöst sei, könnte die aus der Sonne gewonnene Energie Raumschiffe auf interplanetaren Flügen zum Beispiel zum Jupiter antreiben, sagte Schewaljow.
Zu den geschätzt vier Millionen US-Dollar Kosten (4,55 Millionen Euro/8,8 Millionen Mark) für die kosmischen Segel- Experimente steuert die amerikanische Planetary Society 2,5 Millionen Dollar bei.
dpa





