Ein effektives Recyclingsystem erneuert ständig die Gesteinsringe, die alle großen Planeten unseres Sonnensystems umgeben. Das folgt aus Berechnungen amerikanischer Forscher, die der Frage nachgingen, warum die prinzipiell recht kurzlebigen Schuttgürtel auch heute noch vorhanden sind. Kleine Monde in der Nähe der riesigen Planeten erhalten und liefern demnach beständig Nachschub für das Material der Ringe. Das berichten die Wissenschaftler auf dem Herbsttreffen der amerikanischen Geophysikalischen Gesellschaft.
Eine Vielfalt von Ringen umgibt die Planeten Saturn, Jupiter, Uranus und Neptun. Diese Planetenringe bestehen aus verschieden großen Gesteinsbrocken und kleineren Monden. “Die Monde formen die Planetenringe nicht nur durch ihre Anziehungskraft, sondern von ihnen stammt auch das Ringmaterial”, fasst Larry Esposito vom Laboratorium für Atmosphären- und Raumphysik der Universität Colorado in Boulder seine Entdeckung zusammen.
Wenn Monde eines Planeten von Asteroiden oder Kometen getroffen werden, zerbrechen sie in kleinere Monde. Diese Fragmente werden wiederum zertrümmert und bilden Teile der Schuttgürtel. In den Ringen selbst werden die Bruchstücke durch viele Kollisionen anschließend nach und nach zu Staub zerrieben. Damit liegt die Lebenszeit solcher Ringsysteme mit ein paar hundert Millionen Jahren eigentlich weit unter der von Planeten.
Doch Esposito und seine Kollegen konnten nun mittels eines Computermodells nachweisen, dass eine Art kosmisches Recycling in diesen Prozess eingreift und ihn deutlich verlangsamt: Wenn ein Mond von einem kosmischen Ereignis zerstört wird, fangen benachbarte Monde einen Großteil des freigesetzten Materials ein und geben es nach und nach an das Ringsystem ab. Indem Trümmer über eine Reihe solcher Recycling-Monde wiederverwendet werden und nicht sofort verloren gehen, wird die Lebenszeit des Ringsystems entscheidend verlängert. Gleichzeitig erhält dieser Mechanismus auch die Monde am Leben.
ddp/bdw ? Cornelia Pfaff





