Den bislang am schnellsten rotierenden Neutronenstern hat ein internationales Astronomenteam um Philippe Kaaret von der University of Iowa im Sternbild Schütze entdeckt, etwa 27 000 Lichtjahre entfernt. Der knapp 20 Kilometer große Kern eines ausgebrannten, explodierten Riesensterns dreht sich in jeder Sekunde 1122 Mal um seine eigene Achse.
Aufgefallen war der Neutronenstern namens XTE J1739–285 bereits am 19. Oktober 1999, als der NASA-Satellit Rossi X-Ray Timing Explorer einen Ausbruch an Röntgenstrahlung maß. Im August 2005 nahm ihn der ESA-Satellit Integral erneut ins Visier und registrierte kurze Variationen der Strahlung. In den folgenden Monaten maßen Rossi und Integral zahlreiche weitere Ausbrüche. Sie entstehen, wenn der Neutronenstern Gas von einem Nachbar- stern zu sich zieht. Dieses Gas entzündet sich in einer thermonuklearen Explosion, wenn es auf den Neutronenstern stürzt. Aus periodischen Änderungen der Röntgenhelligkeit schlossen die Astronomen auf die rasante Rotation. Die zuvor bekannten, sich am schnellsten drehenden Neutronensterne hatten Rotationsperioden von 270 bis 619 Hertz. Der neue Rekordhalter lässt Rückschlüsse auf den exotischen Materiezustand im Inneren der kompakten Sternleiche zu. Manche Astronomen hatten vermutet, dass so kurze Rotationsperioden unmöglich sind, weil der Sternrest dabei zerreißen müsste.





