Ein Team deutscher Astronomen hat erstmals Magnetfelder in Zentralsternen so genannter planetarischer Nebel nachgewiesen. Diese Gasnebel faszinieren mit ihren häufig ungewöhnlichen und ästhetischen Formen Wissenschaftler schon seit langem. Die Magnetfelder in den Zentralsternen solcher Nebel könnte die Formen der Gasnebel mit geprägt haben, schreiben Stefan Jordan von der Universtät Heidelberg, Klaus Werner von der Universität Tübingen und Simon O’Toole von der Universität Erlangen-Nürnberg im Fachmagazin Astronomy & Astrophysics (DOI 10.1051/0004-6361:20041993).
Planetarische Nebel haben ihren Ursprung in Sternen, die sich am Ende ihres Lebens zum hundertfachen ihrer ursprünglichen Größe und damit zu einem so genannten
Roten Riesen aufgebläht haben. Dabei stoßen die Sterne auch ihre Gashülle ab, die sich dann als nebelartiges Gebilde um den Zentralstern bewegt und sehr eigenartige Formen annehmen kann, die von elliptischen bis hin zu schmetterlingsähnlichen Strukturen reichen.
Warum die Nebel nicht einfach kugelförmig sind wie die meisten Objekte im All, darüber rätseln Astronomen schon lange. Neben Gravitations- und Fliehkräften des Zentralsterns könnten auch mögliche Magnetfelder im Zentralstern eine Rolle spielen, wurde diskutiert. Dieser Idee haben die Forscher mit der Entdeckung solcher Felder nun eine Bestätigung verschafft.
Möglich wurden die Beobachtungen mit dem besonders leistungsfähigen “Very Large Telescope” (VLT) der Europäischen Südsternwarte (ESO) in Chile. Bei vier Zentralsternen gelang den Forschern dabei der Nachweis, dass deren Licht zu 0,1 Prozent polarisiert ist. Eine solche wenn auch extrem schwache Vorzugsrichtung bei der Orientierung des Lichts deutet auf ein Magnetfeld hin. Die Forscher konnten die Stärke der Magnetfelder auf rund 1000 Gauß schätzen, was dem tausendfachen der Stärke des Erdmagnetfelds entspricht.
ddp/bdw ? Ulrich Dewald