Spuren uralter Kollisionen
Die Forscher haben anhand der Aufnahmen der Raumsonde eine Karte zur Verteilung des dunklen Materials auf Vestas Oberfläche entwickelt. Dabei wurde deutlich, dass es sich hauptsächlich um die Ränder der beiden großen Krater auf der Südhalbkugel verteilt. Wahrscheinlich stammt dieses Gestein von dem ersten der beiden Einschläge, der vor etwa zwei bis drei Milliarden Jahren Vesta erschütterte. Der zweite Treffer hat dann einen Teil dieses Material später überdeckt, legen die Detailuntersuchungen nahe. Anhand der Verteilung und Konzentration der Ablagerungen und mittels Computersimulationen konnten die Forscher sogar bestimmen, mit welcher Aufprallgeschwindigkeit die kohlenstoffhaltige Bombe auf Vesta einst einschlug. Alles spricht für einen vergleichsweise langsamen Zusammenstoß mit Geschwindigkeiten von weniger als zwei Kilometern pro Sekunde, sagt Reddy.
Die Untersuchungen der Forscher liefern nun auch neue Informationen zu Puzzleteilen der Geschichte Vestas, die auf der Erde existieren: die sogenannten HED-Meteorite. Durch die Analyse des dunklen Materials auf Vesta und Vergleiche mit Laboruntersuchungen dieser Meteorite konnten wir nun den ersten direkten Beweis liefern, dass die HED-Meteorite tatsächlich Bruchstücke von Vesta sind, sagt Co-Autorin Lucille Le Corre vom (MPS).
Die Forscher betonen, dass ihre Untersuchungen nicht nur einen Blick in die Geschichte des kleinen Himmelskörpers repräsentieren. Sie wollen grundsätzlich den Geschehnissen und Bedingungen in der Jugendzeit unseres Sonnensystem auf die Spur kommen. Die Rolle der Asteroiden als Lieferanten von Rohstoffen ist in diesem Zusammenhang ein besonders spannender Aspekt. Frühere Studien haben bereits darauf hingewiesen, dass die kosmischen Bomben die Erde vermutlich einst mit Wasser oder Edelmetallen belieferten.





