Ein internationales Team aus Astronomen hat eine kosmische Explosion dokumentiert, die wahrscheinlich das am weitesten entfernte Objekt ist, das jemals entdeckt wurde. Bereits 2009 hatte der Satellit Swift der NASA den Schauer energiereicher Gammastrahlung empfangen, der von dieser Explosion stammt. Die Forscher um Andrew Levan von der University of Warwick haben das Signal nun ausgewertet und schätzen die Entfernung seines Ursprungs auf 13,14 Milliarden Lichtjahre.
Die Gammastrahlung ist damit gleichzeitig ein Gruß aus der Jugend des Universums, denn es handelt sich bei dem explodierten Himmelskörper um einen Stern der ersten Generation nach dem Urknall: Als er entstand, war das Weltall den Schätzungen zufolge erst 520 Millionen Jahre alt und besaß lediglich 10 Prozent seiner heutigen Ausdehnung. Die Beobachtung solcher Ereignisse können Astronomen deshalb wertvolle Informationen über die Frühzeit des Kosmos liefern, sagen die Wissenschaftler.
Durch die enorme Strahlungsintensität einer Gammastrahlen-Explosion war es möglich, dass Swift das Signal aus den Weiten des Alls erfassen konnte. Für einen kurzen Moment war die Strahlungsintensität durch die Explosion des Sterns stärker als die von mehreren tausend Galaxien gleichzeitig, sagen die Wissenschaftler. Das Nachglühen war noch mehrere Tage lang feststellbar. Die Entfernung errechneten die Forscher anhand der sogenannten Rotverschiebung des Signals: Durch die fortlaufende Ausdehnung des Weltraums wird die Wellenlänge des Lichts auf seiner Reise durch den Kosmos gestreckt. Je weiter ein Himmelskörper entfernt ist, desto mehr wird sein Licht auf dem Weg zur Erde gedehnt und desto stärker ist die Rotverschiebung. So kamen die Astronomen zu ihrer rekordverdächtigen Einschätzung, die nun durch weitere Untersuchungen bestätigt werden soll.
“Durch die Fernsicht ins All sind wir in der Lage, einen Blick in die Kinderstube des Universums zu werfen, weil die Signale, die uns jetzt erreichen, vor Urzeiten entstanden?, erklärt Levan die Bedeutung der Entdeckung für die Astronomie. Das schwache Licht entfernter Galaxien eigne sich dazu kaum. ?Die Gammastrahlen-Explosionen vom Rand des Universums sind für diesen Zweck viel besser geeignet?, sagt Levan.
Die Studie der Forscher wird im Fachjournal “Astrophysical Journal”, erscheinen. wissenschaft.de ? Martin Vieweg





