von RÜDIGER VAAS
Quantenphysiker stochern noch immer im Nebel: Das Problem sind die im Mikrokosmos gemessenen und im Formalismus der Schrödinger-Gleichung durch Wellenfunktionen beschriebenen Superpositionen. Sie kommen in der von der klassischen Physik erfassten Alltagswirklichkeit mit eindeutigen Orten und Bewegungen der Dinge nicht vor. Dieser rätselhafte Übergang vom Kleinen ins Größere wurde zwar durch die Entdeckung der Dekohärenz entschärft (siehe voriger Artikel „Die Entstehung der klassischen Welt“). Aber sie verschiebt das Problem nur – vielleicht sogar auf das gesamte Universum, wenn sich dieses ebenfalls in Superposition befindet, sich also alle physikalischen Möglichkeiten überlagern. Dann hätte Schrödingers bedauernswerte Katze unzählige Leben und Tode, aber auch jeder von uns Myriaden Doppelgänger, die alles Mögliche tun oder unterlassen.





