“Was wir nun herausfinden müssen ist, was diese Position für uns bedeutet”, sagte Koen Geurts vom Philae-Team des DLR. “Wir müssen nun schauen, wie wir die nominellen Funktionen modifizieren können, damit der Lander trotzdem seine wissenschaftlichen Messungen durchführen kann.” Zurzeit arbeiten die Mitarbeiter des Philae-Teams fieberhaft daran, die entsprechenden Befehle zu erstellen, um sie dann zum Kometen schicken zu können. Klar scheint auch, dass der Lander weniger Sonnenlicht erhält, als erhofft. Zurzeit läuft Philae noch auf Batterie.
Weit außerhalb des geplanten Landegebiets
Und auch der jetzige Standort von Philae ist nicht ganz so wie geplant: “Wir sind sogar mehr zurückgeprallt als gestern angenommen: Philae hat noch zweimal wieder abgehoben, bevor er bei dritten Mal dann stehen blieb”, erklärte Stefan Ulamec vom DLR. Bei der ersten Landung setzt Philae ziemlich genau im geplanten Landegebiet auf, prallte dann aber mit rund 38 Zentimeter pro Sekunde wieder ab. Philae hob rund einen Kilometer hoch ab und drehte sich dabei um sich selbst, wie Geurts berichtete. Erst nach zwei Stunden landete er wieder, nur um dann noch einmal für einen kleineren Sprung abzuheben. Er steht deshlab jetzt deutlich außerhalb des geplanten Landegebiets.

Philae hat ein Foto vom Kometen geschossen. Im Vordergrund ist eines seiner drei Beine zu sehen. (Foto: ESA/Rosetta/Philae/CIVA)
Trotz der Unsicherheiten hat Philae bereits mit einigen seiner wissenschaftlichen Arbeiten angefangen. So hat er begonnen, gemeinsam mit den Instrumenten von Rosetta das Innere des Kometen zu durchleuchten und so eine Art Querschnitt des “schmutzigen Schneeballs” zu erstellen. Auch die Kameras arbeiten offenbar genauso gut wie erwartet, die ersten Aufnahmen seien von bester Qualität.
Eine historische Landung
“Philae ist angekommen und redet mit uns” – mit diesen Worten verkündete gestern Abend der Chef des Lander-Teams, Stefan Ulamec, die Landung der Raumsonde Philae auf dem Kometen 67P/Churyumov–Gerasimenko. Um Punkt 17:03 Uhr war es soweit: Die im Kontrollzentrum der ESOC in Darmstadt versammelten Mitarbeiter der ESA empfingen das gespannt erwartete Lebenszeichen der Landeeinheit Philae, weitergeleitet über die Muttersonde Rosetta. Entsprechend groß waren Erleichterung und Jubel. “Unsere ehrgeizige Rosetta-Mission hat sich nun einen Platz in den Geschichtsbüchern gesichert”, sagte Jean-Jacques Dourdain, Generaldirektor der ESA. “Es ist nicht nur das erste Rendezvous mit Umkreisung eines Kometen, sondern auch die erste Mission, die einen Lander auf dessen Oberfläche bringt.”






