Eine neue Klasse Weißer Zwerge haben Astronomen von der University of Texas in Austin vorausgesagt – und jetzt mit dem 2,1-Meter-Teleskop des McDonald Observatory auch entdeckt. Weiße Zwerge sind die Endstadien der massearmen Sterne, also der Mehrzahl aller Sonnen im All, einschließlich unserer eigenen. Sie bestehen aus extrem verdichteter „entarteter Materie” und sind nicht viel größer als die Erde, können aber die 1,5-fache Masse unserer Sonne haben.
Bislang kannten die Astronomen zwei Typen Weißer Zwergsterne: Solche mit einer Außenhülle aus rund 80 Prozent Wasserstoff und solche, bei denen diese Hülle ins All geblasen wurde, sodass jetzt die Helium-Schicht darunter bloß liegt. Letztes Jahr fanden Patrick Dufour und James Liebert von der University of Arizona noch einen dritten Typ: Diesen Sternen fehlt aus ungeklärten Gründen auch die Helium-Hülle, sodass ihre heißen Kohlenstoff-Schichten zum Vorschein kommen. Wenig später berechneten Michael H. Montgomery, Kurtis A. Williams und Steven DeGennaro, dass manche dieser Kohlenstoff-Sterne pulsieren können. Die damit einhergehenden Helligkeitsschwankungen konnten die drei Astronomen nun bei einem Stern nachweisen: Er heißt SDSS J142625.71+575218.3 und gehört zum rund 800 Lichtjahre entfernten Sternbild Großer Bär. Er ist 600-mal lichtschwächer als die Sonne, aber viel heißer als sie: 19 500 Grad Celsius. Seine Helligkeit verändert sich periodisch alle acht Minuten um rund zwei Prozent. Vielleicht sind die Pulsationen die Folge von Abkühlungsprozessen, wenn der ionisierte Kohlenstoff wieder neutral wird.





