Die Luftverschmutzung durch das Gas Kohlenmonoxid ist erstmals durch den Nasa-Satelliten Terra weltweit kartiert worden. Das berichtete der Leiter des Forschungsteams, John Gille vom National Center for Atmospheric Research in Colorado, vergangene Woche auf der Frühjahrstagung der American Geophysical Union in Boston.
Durch die Messungen des Satelliten lassen sich natürliche und künstliche Quellen für das giftige Gas identifizieren. Auch die Wanderung von Kohlenmonoxid-Wolken kann mit dem Instrument “Mopitt” (Measurements of Pollution in the Troposphere) erstmals über längere Zeiträume verfolgt werden.
Etwa die Hälfte des Kohlenmonoxids in der Atmosphäre wird durch den Menschen freigesetzt, oft durch Brandrodungen. Das zeigen auch die Mopitt-Daten: Dort sind deutlich große Waldbrände und Buschfeuer in Südamerika und Afrika zu erkennen. Die Kohlenmonoxid-Wolken, so berichtete Gille in Boston, breiten sich teilweise bis nach Australien aus. Im Winter entdeckten die Forscher starke Kohlenmonoxid-Emissionen auf der Nordhalbkugel, vor allem durch die unvollständige Verbrennung fossiler Brennstoffe. Die Schadstoff-Wolken breiteten sich ebenfalls um die halbe Welt aus.
Zur Überraschung der Forscher zeigte sich eine starke Kohlenmonoxid-Quelle in Südost-Asien. Gille hat den Verdacht, dass neben Waldbränden auch industrielle Abgase für die Luftverschmutzung verantwortlich sind. Die Messungen von Terra sind nicht genau genug, um einzelne Kohlenmonoxid-Quellen innerhalb einer Stadt aufzulösen. Zwischen den Abgasen einer größeren Metropole und der Luftverschmutzung durch einen Waldbrand kann das Instrument jedoch unterscheiden. Da bei den gleichen Verbrennungsprozessen, bei denen Kohlenmonoxid gebildet wird, auch Stickoxide entstehen, lässt sich die Ausbreitung dieser Schadstoffe, die bislang für Satelliten unsichtbar sind, ebenfalls verfolgen.
Ute Kehse





