Das überraschende Ergebnis: Die Gletscher und Eiskappen haben etwa 30 Prozent weniger Masse eingebüßt, als frühere Schätzungen ergeben hatten. Konkret bedeutet das Ergebnis, dass jährlich rund 74 Gigatonnen weniger Wasser ins Meer gelangt sind. Daher muss auch der Beitrag von Schmelzwasser zum Anstieg des Meeresspiegels nach unten korrigiert werden.
Stutzig machten vor allem die Ergebnisse zu den Hochgebirgen Asiens wie dem Himalaya, Pamir und Tibet. Bislang hatten die Geowissenschaftler geglaubt, dass dort jährlich etwa 50 Gigatonnen Eis verloren gehen. Doch auf Grundlage der Grace-Daten konnten die Forscher aus Colorado keine signifikante Veränderung feststellen. Die Entdeckung war so erstaunlich, dass die Forscher zunächst überprüften, ob nicht tektonische Veränderungen der Landmasse für eine falsche Interpretation der Daten gesorgt hatten. Doch die Messwerte hielten dem Test stand: Die Gebiete der asiatischen Hochgebirge waren tektonisch in den letzten Jahren sogar ungewöhnlich stabil.
Zwar sind acht Jahre ein recht kurzer Zeitraum für die Betrachtung globaler Prozesse, wie Jonathan Bamber, ein britischer Glaziologe der Universität von Bristol, in einem Kommentar zu der Studie im Fachmagazin ?Nature? anmerkt. Auch gäbe es in vielen Gebieten von Jahr zu Jahr große Schwankungen. Mit den Ergebnissen der neuen Studie werde es aber dennoch möglich sein, den künftigen Anstieg des Meeresspiegels präziser vorauszusagen.





