Zu diesem weltweiten, den Ozonabbau begünstigenden Trend kommen aber auf die Arktis weitere Änderungen zu, berichtet Newman. Gegenwärtig ist die Stratosphäre über dem Nordpol in der Regel wärmer als über der Antarktis, weil die Antarktis durch einen starken Luftwirbel abgeschlossen ist. Über dem Nordpol gibt es zwar auch einen ähnlichen Wirbel, der aber nicht so stark ist wie über dem Südpol. So genannte “planetare Wellen” bringen immer wieder warme Luft in die arktische Stratosphäre, fand Newman mit Hilfe von Satellitenbildern heraus. Dabei handelt es sich um Luftströmungen, die die Luft großräumig nach Norden und Süden verschieben. Diese Wellen sind auf der Nordhalbkugel wesentlich stärker ausgeprägt als auf der Südhalbkugel, weil es dort mehr Land und vor allem hohe Gebirge gibt. Die planetaren Wellen verhindern, dass sich über dem Nordpol ein stabiler Luftwirbel aufbauen kann wie über dem Südpol.
Newman hegt den Verdacht, dass die globale Erwärmung die planetaren Wellen schwächen könnte. Im Frühjahr 1997 waren die Wellen schon einmal geschwächt – und prompt bildete sich ein starkes Ozonloch über der Arktis.
Glücklicherweise sinkt die Konzentration der Ozon zerstörenden Fluor-Chlor-Kohlenwasserstoffe (FCKW) in der Stratosphäre. In 30 bis 50 Jahren soll ihr Niveau wieder unter den Wert von 1980 sinken. Bis dahin muss abgewartet werden, welcher Trend stärker ist – die Abkühlung der Stratosphäre, die den Ozonabbau begünstigt, oder die Abnahme der FCKW.





