Bereits seit zwanzig Jahren arbeitet Marcus an Modellen, die zeigen, wie sich der Große Rote Fleck gebildet hat, in der turbulenten Jupiteratmosphäre stabil bleibt und wie sich Wirbel in der Jupiteratmosphäre verhalten. Aufgrund des Verlustes dieser atmosphärischen Wirbel werde sich die Durchschnittstemperatur auf Jupiter um über 10 Grad Celsius verändern, erklärt Marcus. Am Äquator wird es dabei wärmer werden und an den Polen kälter. Dadurch werden die Strömungsverhältnisse instabil und schließlich werden neue Wirbel entstehen. Diese Ereignisse könnten selbst Amateurastronomen beobachten.
Laut dem Forscher kündigen die bevorstehenden Veränderungen das Ende des aktuellen 70-jährigen Klimazyklus des Jupiters an. Der aktuelle Zyklus begann 1939 mit der Bildung dreier kleiner weißer Ovale südlich des Großen Roten Flecks. Dieses Ereignis konnte damals mit Teleskopen beobachtet werden. Die neu gebildeten Wirbel, die immer entgegengesetzt zueinander rotieren, werden in einem späteren Stadium immer schwächer und können miteinander verschmelzen.
Das Verschwinden zweier weißer Ovale 1997/98 und 2000 ist ein Beispiel für diese Wirbelverschmelzungen und deutet somit auf das Ende des aktuellen Klimazyklus hin. Durch das Verschwinden der Wirbel wird die intensive Umwälzung der Atmosphäre unterbrochen, die normalerweise für eine gleichmäßige Temperaturverteilung auf dem Gasplaneten sorgt. In der Folge kühlen die Pole ab und der Äquator wird erwärmt. Durch diese Temperaturunterschiede destabilisieren sich wiederum die vorherrschenden Luftströmungen ? es bilden sich neue Wirbel und der Zyklus beginnt von vorn.





