Die Wissenschaftler sammelten laut New Scientist von 1972 bis 1996 Moskitos. In speziellen Kammern mit programmiertem Lichtzyklus und konstanten Temperaturen, wurde jene Tageslänge ermittelt, die das Eintreten der Ruhephase auslöste. Durch die Forschung in einem kontrollierten Umfeld konnten laut Bradshaw Umweltfaktoren ausgeklammert und genetische Veränderungen isoliert werden. Innerhalb der untersuchten 24 Jahre verkürzte sich die entscheidende Tageslänge um mehr als eine halbe Stunde. Mit der zuletzt festgestellten Tageslänge wären die Moskitos 1972 vom Winter überrascht worden und gestorben.
Die Pitcher Plant Moskitos (Wyeomyia smithii) sind im Osten Nordamerikas vom Golf von Mexiko bis nach Kanada weitverbreitet. Sie legen ihre Eier in den fleischfressenden Pitcher Plants ab, wo die Larven reifen. Die Larven müssen eine Ruhephase einhalten, um den Winter zu überleben. Dabei ist der genaue Beginn des Ruhezustandes entscheidend. Beginnt er zu früh, geht für die Nahrungsaufnahme wichtige Zeit verloren. Beginnt sie zu spät, steigt das Risiko einer Schädigung durch die einsetzende Kälte.
Zahlreiche frühere Studien gingen davon aus, dass die Erwärmung des Klimas Pflanzen und Tiere dazu zwingt, sich anzupassen. So brechen in Großbritannien die Vögel später Richtung Süden auf und verschieben sich die Schmetterlingspopulationen nach Norden. Alle diese Veränderungen sind jedoch laut Bradshaw und Holzapfel eher auf Reaktionen auf die Umwelt zurückzuführen als auf genetische Veränderungen.





