Unsere Ergebnisse bekräftigen nicht nur die Inflationstheorie, sie zeigen auch, dass wir die Physik des frühen Universums verstehen, sagt Christopher Miller von der Carnegie Mellon University. Zusammen mit seinen Kollegen hat Miller die Galaxienverteilung im Universum untersucht. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin “Science”.
Anhand der Materieverteilung konnten die Astronomen akustische Schwingungen nachweisen, die gemäß der Inflationstheorie nach dem Urknall stattgefunden haben sollen. Diese Schwingungen entstanden aus dem Wechselspiel zweier widerstreitender Kräfte: Während die Gravitation versuchte, die Materie zusammenzuklumpen, übten Photonen, die mit freien Elektronen kollidierten, einen Druck nach außen aus.
300.000 Jahre nach dem Urknall war das Universum so weit abgekühlt, dass die Elektronen zusammen mit Protonen und Neutronen Atome bilden konnten. Damit war der Weg für die Photonen frei, der Druck und die Schwingungen versiegten und die Materie konnte nun die Klumpen bilden, aus denen später die Galaxien entstanden.
Anhand der Verteilung der Galaxien konnten die Astronomen nun Informationen über die damaligen Schwingungen erhalten. Ihre Ergebnisse stimmen nicht nur mit den Vorhersagen der Inflationstheorie überein, sondern auch mit den Ergebnissen, die Messungen der kosmischen Hintergrundstrahlung in den letzten Monaten geliefert hatten. Die Hintergrundstrahlung besteht aus den Photonen, die seit damals nie mehr mit Materie kollidierten. Sie liefern den Astronomen deshalb eine Momentaufnahme vom Universum zu dem Zeitpunkt, als die Kollisionen aufhörten.
Die Inflationstheorie ist eine Erweiterung der Urknalltheorie. Sie besagt, dass sich das Universum Sekundenbruchteile nach dem Urknall um einen riesigen Faktor aufgebläht hat.
Axel Tillemans





