Zum Inhalt springen
Bild der Wissenschaft
AnmeldenAbonnieren
  • Astronomie & Physik
  • Erde & Umwelt
  • Archäologie
  • Gesundheit & Medizin
  • Technik & Digitales
  • Gesellschaft & Psychologie
  • Rezensionen
  • Podcast
  • BDW Plus
Bild der Wissenschaft
  • Astronomie & Physik
  • Erde & Umwelt
  • Archäologie
  • Gesundheit & Medizin
  • Technik & Digitales
  • Gesellschaft & Psychologie
  • Kolumnen
  • Nachgefragt
  • Rezensionen
  • Podcast
  • Lexikon
Wissenschaft-Newsletter
Die wichtigsten Entdeckungen der Woche direkt in Ihr Postfach.

Leserservice

  • Probeabo
  • Einzelheftverkauf
  • BILD DER WISSENSCHAFT Marktplatz

Unsere Partner

  • Fraunhofer IPA
  • Leibniz-Institut ifl
  • wissen.de
  • ScienceBlogs
  • experimenta
  • Wissenschaftspodcasts

Info

  • AGB
  • Impressum
  • Datenschutz
  • Barrierefreiheit
  • Vertrag widerrufen
  • Datenschutzeinstellungen

Kontakt zur Redaktion

BILD DER WISSENSCHAFTErnst-Mey-Str. 8
70771 Leinfelden-Echterdingen

Tel: +49 (0)711 7594-392
E-Mail: wissenschaft@konradin.de
Folgen Sie uns
Konradin Mediengruppedamals.denatur.de
© 2026 Bild der Wissenschaft
Startseite/Astronomie & Physik/Artikel
Kann ein Wüstenplanet lebensfreundlich sein?
Astronomie & Physik

Kann ein Wüstenplanet lebensfreundlich sein?

Ob Tatooine, Arrakis oder der Mars: In der Science-Fiction gibt es auch auf Wüstenplaneten meist außerirdisches Leben. Doch wie realistisch sind diese Szenarien? Das haben nun Planetenforscher anhand von Modellen genauer untersucht. Das Ergebnis: Selbst wenn Planeten in der habitablen Zone ihres Sterns kreisen,…
Autor
Redaktion
20. April 2026
Lesezeit
4 Minuten
Rubrik
Astronomie & Physik

Lange hielt man die irdischen Wüsten für lebensfeindliche, tote Regionen. Doch inzwischen ist klar: Es gibt unzählige Lebewesen, die sich an die karge Umgebung und den Wassermangel angepasst haben. Das legt nahe, dass es auch auf extrasolaren Wüstenplaneten in den habitablen Zonen ihres Sterns Leben geben könnte. Zumindest in der Science-Fiction sind außerirdische Lebensformen auf solchen Exoplaneten gängig – ob die Sandwürmer von „Dune“, marsianische Lebensformen oder Sandbewohner auf Star Wars-Wüstenplaneten.

Verzahnte Kreisläufe
Wasserkreislauf und Kohlenstoffkreislauf sind eng miteinander verknüpft. © White-Gianella, Krissansen-Totton / The Planetary Science Journal, CC-by 4.0

Wie Wasser und Klima zusammenhängen

Doch wie sieht es damit in der Realität aus? Könnten Exoplaneten in der habitablen Zone auch dann Leben hervorbringen, wenn ihnen große Ozeane und ausgedehnte Gewässer fehlen? „Viele dieser Exoplaneten liegen zwar in der habitablen Zone, aber wir waren nicht sicher, ob sie wirklich lebensfreundlich sein können“, sagt Haskelle White-Gianella von der University of Washington in Seattle. Der Grund dafür ist die enge Verknüpfung des Wasserkreislaufs und der Wasserverfügbarkeit mit wichtigen Rückkopplungen im Klimasystem. Denn auch das Klima eines Planeten hängt eng mit seiner Hydrosphäre zusammen. Auf der Erde wirkt beispielsweise die Verwitterung von Silikatgesteinen und die Bildung von Karbonaten in den Ozeanen als Klimapuffer. Dies funktioniert aber nur deshalb so gut, weil das CO2 der Atmosphäre sich in dem durch Verdunstung aufsteigenden Wasser lösen kann und dann als Kohlensäure mit dem Regen wieder auf die Erdoberfläche gelangt. Im Meer und auf felsigen Untergründen finden dann die CO2-bindenden Reaktionen statt. Sie gleichen die Ausgasung von CO2 beispielsweise durch Vulkane aus und sorgen damit für ein langfristig stabiles Klima.

Auf einem Wüstenplaneten mit nur wenig Oberflächenwasser funktionieren diese geologischen Rückkopplungen aber nur eingeschränkt. „Der Wassermangel begrenzt die kontinentale Silikatverwitterung – und das wiederum gefährdet das Gleichgewicht zum vulkanischen Ausgasen von CO2“, erklären White-Gianella und ihr Kollege Joshua Krissansen-Totton. Wenn nicht genug CO2 gebunden wird, entwickelt sich ein Treibhausklima, das den Planeten immer weiter aufheizt. Wozu dies führen kann, demonstriert die Venus. Sie könnte in ihrer Frühzeit ähnlich lebensfreundlich gewesen sein wie die Erde und besaß wahrscheinlich ebenfalls zunächst ein mildes Klima und flüssiges Wasser. Doch als die Sonne kräftiger wurde, heizte sich die Venus auf und entwickelte einen galoppierenden Treibhauseffekt, der sie zu einem höllisch heißen Wüstenplaneten machte.

20 bis 50 Prozent der irdischen Menge sind Minimum

Was aber bedeutet dies für extrasolare Planeten? Wie viel Anfangswasser ein Planet in der habitablen Zone bräuchte, um diesem Schicksal zu entgehen, haben White-Gianella und Krissansen-Totton jetzt mithilfe von Modellen untersucht. Dabei zeigte sich: Besitzt ein Planet so viel Wasser auf seiner Oberfläche wie die Erde oder mindestens 20 bis 50 Prozent davon, funktionieren die Klimarückkopplungen im Kohlenstoffkreislauf: Die Silikatverwitterung wirkt als Puffer und hält den atmosphärischen CO2-Gehalt langfristig einigermaßen stabil. Dank dieser Rückkopplungen kann ein solcher Planet sogar eine leichte Zunahme der Sonneneinstrahlung ausgleichen, wie das Team erklärt.

Doch bei Wüstenplaneten mit nur 0,1 bis einem Prozent des irdischen Ozeanwassers ist dies anders: „Sie treten in ein Regime ein, im dem die Silikatverwitterung nicht mit der CO2-Ausgasung schritthalten kann“, erklären die Forschenden. Dadurch entwickelt sich ein Teufelskreis: Die steigenden CO2-Werte heizen das Klima an, dadurch verdunstet immer mehr Wasser aus Böden und Gewässern. Der Wasserdampf reichert sich in der Atmosphäre an und verstärkt dadurch den Treibhauseffekt. „Irgendwann ist dann eine kritische Schwelle erreicht, nach der alles Oberflächenwasser als Dampf vorliegt, die Niederschläge ausbleiben und kein CO2 mehr gebunden werden kann“, schreiben White-Gianella und Krissansen-Totton.

Nach Ansicht der Forschenden sind Wüstenplaneten daher keine guten Kandidaten für außerirdisches Leben – selbst, wenn sie in der habitablen Zone kreisen. Denn ihr Klima wird höchstwahrscheinlich nicht lange genug stabil bleiben, um die Evolution von Leben zu ermöglichen. Diese Erkenntnisse können helfen, die Suche nach außerirdischem Leben weiter einzugrenzen – auf nur die Exoplaneten, die neben einem milden Klima auch genügend Wasser auf ihrer Oberfläche haben.

Quelle: Haskelle White-Gianella und Joshua Krissansen-Totton (University of Washington, Seattle), The Planetary Science Journal, doi: 10.3847/PSJ/ae4faa

Mehr aus Astronomie & Physik

Weitere aktuelle Artikel aus der Rubrik Astronomie & Physik.

Alle Astronomie & Physik-Artikel
Streit um Dunkle Energie und Supernovae eskaliert
Astronomie & Physik

Streit um Dunkle Energie und Supernovae eskaliert

15. Juni 2026

Bleibt die Dunkle Energie stabil oder schwächt sich diese Triebkraft der kosmischen Ausdehnung ab? Über diese Frage ist in der Astronomie…

Die aktivste Welt im Sonnensystem
BDW PlusAstronomie & Physik

Die aktivste Welt im Sonnensystem

14. Juni 2026

Extremer Vulkanismus und Erosionsprozesse auf dem Jupitermond Io – die Raumsonde Juno überrascht mit neuen Erkenntnissen.

Knackt der JUNO-Detektor das Neutrino-Rätsel?
Astronomie & Physik

Knackt der JUNO-Detektor das Neutrino-Rätsel?

11. Juni 2026

Die Masse der Neutrinos ist eines der größten Rätsel der Physik. Jetzt hat das neue Neutrino-Observatorium JUNO in China seine ersten…

Neues Teleskop auf 5600 Meter hohem chilenischem Berg öffnet Fenster zum Universum
Astronomie & Physik

Neues Teleskop auf 5600 Meter hohem chilenischem Berg öffnet Fenster zum Universum

10. Juni 2026

Gut drei Jahrzehnte nach der ursprünglichen Idee von Forschenden der Universität zu Köln und der Cornell University erhebt sich das Fred…

← Zurück zu Astronomie & PhysikZur Startseite