Interessant ist auch ein Vergleich dieses neu entdeckten Pulsars mit bekannten jungen Pulsaren. Ein Vergleich mit dem etwa gleich alten so genannten Krebs-Pulsar zeigt wesentliche Unterschiede in der Entwicklung individueller Pulsare auf. Während sich etwa die Rotationsfrequenz des Krebs-Pulsaren im Laufe seiner Entwicklung halbiert hat, ist die Frequenz des Pulsars 3C58 seit seiner Entstehung fast unverändert geblieben. Auch die Intensitäten der von den beiden Pulsaren emittierten elektromagnetischen Strahlung unterscheiden sich um mehrere Größenordnungen. Die Entwicklung von Pulsaren scheint demnach keinem einheitlichen Schema zu gehorchen.
Astronomen des Harvard-Smithsonian Zentrums für Astrophysik in Cambridge in den Vereinigten Staaten haben einen der jüngsten Pulsare des Universums beobachtet. Dazu benutzten sie das Chandra Röntgenobservatorium der NASA. Die Forscher haben ihre Ergebnisse im Rahmen eines Symposiums der NASA in Washington vorgestellt.
Der Pulsar 3C58 ist das Überbleibsel einer im Jahre 1181 nach Christus beobachteten Supernova-Explosion. Es handele sich damit um einen der jüngsten bekannten Pulsare des Universums, so Stephen Murray, der Projektleiter des Astronomenteams. Der junge Pulsar rotiert mit einer Frequenz von etwa 15 Hertz und stellt damit eine pulsierende Quelle elektromagnetischer Strahlung dar. Daneben haben die Astronomen eine großflächige Röntgenstrahlquelle mit einem Durchmesser von ungefähr 20 Lichtjahren in der Umgebung des Pulsars festgestellt. Diese Röntgenstrahlung wird vermutlich von einer Wolke hochenergetischer Teilchen verursacht. Die Harvard Astronomen benutzen den Pulsar 3C58, um mehr über die Entstehung von Neutronensternen bei Supernova-Explosionen zu erfahren.
Stefan Maier





