Die Entdeckung der Neutronensterne war ein Zufallsfund. Ende der 1960er-Jahre erprobten britische Forscher eine neue Riesenantenne. Sie sollte ihnen helfen, weit entfernten kosmischen Radioquellen auf die Spur zu kommen. Rund 200 Kilometer Drähte und Kabel hatten die Astronomen verspannt: Das Ungetüm von Cambridge benötigte eine Fläche von 57 Tennisplätzen. Zum Team gehörte auch die Studentin Jocelyn Bell. Sie wollte sich in dem neuen Forschungsfeld die ersten wissenschaftlichen Sporen verdienen. Die 22-Jährige überwachte den Testbetrieb. Wenige Monate nach dem Beobachtungsstart fiel ihr ein Diagramm der Radiosignale in die Hände, das automatische Schreiber aufgezeichnet hatten. Bell nahm die Spur des merkwürdigen Signals auf: Immer wenn das unscheinbare Sternbild des Füchschens über dem Radioteleskop stand, malte der Schreiber die gleiche gezackte Linie. Genauere Messungen zeigten, dass von der neuen Radioquelle regelmäßige Pulse im Abstand von 1,34 Sekunden ausgingen. Deshalb nannten die Britin und ihre Kollegen den Fund „Pulsar”. Was Jocelyn Bell in diesen Novembertagen des Jahres 1967 noch nicht ahnte: Sie hatte die Signale eines neuen Sterntypus aufgefangen – und ihrem Doktorvater, Antony Hewish, den Physik-Nobelpreis gesichert.





