Der Stern Beta Pictoris ist von einer beträchtlichen Menge Kohlenstoff umgeben. Das ergaben Messungen mit dem NASA-Satelliten FUSE (Far Ultraviolet Spectroscopic Explorer) unter der Leitung von Aki Roberge vom Goddard Space Flight Center in Greenbelt, Maryland. Möglicherweise existieren dort sogar Planeten mit methanreicher Atmosphäre, vergleichbar mit der von Saturns Riesenmond Titan.
Schon 1984 hatten Astronomen eine Gas- und Staubscheibe um den 60 Lichtjahre entfernten und nur etwa 8 bis 20 Millionen Jahre alten Stern im Sternbild Maler entdeckt. Spätere Beobachtungen mit dem Hubble-Weltraumteleskop ließen vermuten, dass in dieser Scheibe bereits ein jupiterähnlicher Planet entstanden sein könnte. Die neuen FUSE-Daten haben nun einen überraschend hohen Anteil an Kohlenstoff in der Scheibe nachgewiesen – „sehr viel mehr als erwartet”, sagt Roberge. Das Element stammt wahrscheinlich von Planetoiden oder Kometen, die in der Scheibe kreisen und miteinander kollidieren. Dabei kann Graphit und Methan freigesetzt werden. Der Kohlenstoff könnte die Scheibe stabilisieren und auch immer wieder auffüllen, was ihr beträchtliches Alter erklären würde. Denn der Sternwind sollte sie eigentlich längst aufgelöst haben.
Ob unser Sonnensystem ebenfalls eine solche kohlige Vergangenheit hat, ist noch unklar. Es könnte auch sein, dass Beta Pictoris eine große Ausnahme ist. Heute macht sich Kohlenstoff im Sonnensystem ziemlich rar. Aber Astronomen nehmen schon lange an, dass bestimmte Meteoriten, die kohligen Chondriten, ein Hinweis auf eine „kohligere” Vergangenheit sind. Manche Forscher spekulieren auch darüber, ob Jupiter einen kohlenstoffhaltigen Kern besitzt.





