Im Balken der Spiralgalaxie M 83, auch “Südliches Feuerrad” genannt, werden Sterne in einer Art Domino-Effekt geboren. Das schließt ein internationales Astronomenteam aus Spektraluntersuchungen des Lichts aus dem Balken von M 83. Die Beobachtungen wurden am Gemini-Observatorium in Chile durchgeführt.
“Eine detaillierte Analyse ist noch in Arbeit, aber unsere ersten Ergebnisse deuten auf eine komplexe Reihenfolge bei der Sternbildung hin”, berichten Robert Sharp, Ian Parry von der Universität Cambridge und ihre Kollegen. Sie meinen, dass durch die Rotation von Gas und Sternen im zentralen Balken der Galaxie eine bestimmte Reihenfolge der Sternentstehung vorgegeben wird. Die Astronomen widersprechen damit einer Theorie, die von einer zufälligen Sternbildung im Zentrum von M 83 ausgeht.
Aus den Spektrallinien des Lichts kann man auf die chemischen Elemente in den Sternen schließen. Jedes chemische Element strahlt seinen eigenen spezifischen “Fingerabdruck” an Spektrallinien ab beziehungsweise filtert Spektrallinien aus dem Lichtspektrum heraus. Mit dem neuen Spektrographen CIRPASS fahndeten die Astronomen gezielt nach bestimmten Linien.
Insbesondere waren sie an der so genannten Paschen-Beta-Linie des Wasserstoffs interessiert, die von jungen heißen Sternen abgestrahlt wird. Das Elektron des Wasserstoffatoms kann eine Vielzahl von Energiezuständen annehmen. Man kann sich das in etwa so vorstellen, dass das Elektron auf verschiedenen Bahnen in verschiedenen “Höhen” um den Atomkern kreisen kann. Beim Sprung auf eine andere Bahn wird eine charakteristische Lichtstrahlung abgegeben.
Durch Vergleich mit einer bestimmten Spektrallinie, die von Kohlenmonoxid absorbiert wird, das in den kalten Atmosphären von alten Riesensternen vorkommt, konnten die Astronomen auf die Altersstruktur der Sterne schließen.
Axel Tillemans





